Open Government Data in Deutschland

Spagat zwischen Verwaltungs-Kultur und Community-Erwartungen

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GovData – Das Datenportal für Deutschland ist prägnanter

Dem widerspricht das Bundesinnenministerium in Berlin gegenüber eGovernment Computing: „Entgegen anderslautender Äußerungen bedeutet der nun gewählte Name des Portals keineswegs eine Abkehr vom Open-Data-Ansatz oder das 'Ende der Offenheit'.“

Bislang sei das Portal intern unter dem Arbeitstitel „Open Government Plattform Deutschland“ geführt worden. Der nunmehr verwendete Name „GovData – Das Datenportal für Deutschland“ sei einerseits prägnanter und mache andererseits deutlich, dass der Fokus des Portals derzeit im Besonderen auf Daten liegt:

„Dies werden zu einem überwiegenden Teil offene Daten sein. Davon unberührt ist die Zielsetzung von GovData, entsprechend der Studie 'Open Government Data Deutschland' zusätzlich auch eingeschränkt nutzbare Daten aufzunehmen. Dies wurde im Rahmen des Projekts allerdings von Beginn an offen kommuniziert. Soweit es zum jetzigen Zeitpunkt abschätzbar ist, wird auf GovData der Anteil der offen lizenzierten Daten weit überwiegen.“

Unabhängig vom Kriterium der Offenheit müssten – gerade auch für die kommerzielle Nutzung – weitere Kriterien wie Qualität, Aktualität und insbesondere Zuverlässigkeit zur Bewertung von Daten berücksichtigt werden. „Als Beispiele sind hier die Bereiche im Bereich der Statistik-, Umwelt- und Geodaten zu nennen, in denen Deutschland international eine führende Rolle einnimmt.“

Warum zwei Lizenzmodelle?

Und zur Diskussion über die Lizenzmodelle taucht die Frage auf, ob die Zwei-Lizenzen-Wahlmöglichkeit geschaffen worden sei, um die Widerstände in Verwaltungen gegen Open Data erst einmal auszuhebeln, um überhaupt Daten fürs Portal zu bekommen?

Ein Sprecher des BMI versichert eGovernment Computing: „Nein. Es gibt bereits heute eine Vielzahl offener Verwaltungsdaten. Ebenso werden die Datenbereitsteller, die rund um den Start von GovData neue Daten veröffentlichen, dies auf Basis offener Lizenzen tun. In anderen Bereichen der Verwaltung besteht jedoch noch eine gewisse Skepsis gegenüber 'Open Data'. Aus hiesiger Sicht kann die eingeschränkte Variante der 'Datenlizenz Deutschland' dabei helfen, diesen Behörden den Einstieg in die Datenbereitstellung erleichtern und hierdurch eine weitere Verbreitung des Themas zu fördern.

In diesem Zusammenhang ist hervorzuheben, dass das Datenportal bzw. das BMI die Nutzung bestimmter Lizenzen alleine schon aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht erzwingen kann. Dies liegt vor allem daran, dass über das Portal Daten aller Verwaltungsebenen zugänglich sein werden – und nicht nur Daten des Bundes. Wir setzen daher weiter auf das Prinzip der Überzeugung und Freiwilligkeit und auf eine Sogwirkung des Portals.

Empfohlen wird jedoch auf GovData explizit die offene Variante der Lizenz, die lediglich eine Namensnennung einfordert. Innerhalb des Portals wird darüber hinaus an mehreren Stellen deutlich auf die Probleme hingewiesen, die mit einer Verwendung der eingeschränkten Variante verbunden sind. Ebenso werden die so veröffentlichten Daten auf GovData klar erkennbar mit der Information 'eingeschränkte Nutzung' versehen – ein Vorgehen, das auch in anderen Staaten üblich ist.“

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