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Open Government Data in Deutschland Spagat zwischen Verwaltungs-Kultur und Community-Erwartungen

| Redakteur: Gerald Viola

„Verwaltungsdaten heißen nicht so, weil sie der Verwaltung gehören, sondern weil diese sie verwaltet.“ Die Open Data Community ist sauer, weil „die Plattform govdata.de in der jetzt vorgesehen Form nicht akzeptabel ist“. Grund: die Lizenzmodelle und der neue Name „GovData – das Datenportal für Deutschland“. Das Ende der Offenheit?

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Bundesinnenministerium in Berlin
Bundesinnenministerium in Berlin
(Foto: Gerald Viola)

In einer gemeinsamen Erklärung begründen Vertreter der deutschen Open-Data-Community, warum die Plattform govdata.de in der jetzt vorgesehen Form für sie nicht akzeptabel ist.

„Die vor kurzem veröffentlichten Rechtemodelle für das Portal und die bisherigen Einblicke in die Plattform zeigen einen Ansatz, der weder offen im Sinne der weltweit anerkannten Standards ist noch zeitgemäß oder effektiv im Hinblick auf Umsetzung, Usability und Sicherheit. Auch ist bisher nicht ersichtlich, wie man gedenkt, eine Nachnutzung der Daten aktiv zu fördern und so eine Community rund um das Datenangebot zur Nachnutzung zu motivieren. Es besteht noch enormer Handlungsbedarf auf verschiedenen Ebenen.“

„Das vorgeschlagene Lizenzmodell ist eine Insellösung!“

Die Erklärung: „Auch wenn das vorgeschlagene Lizenzmodell in seiner Einfachheit besser als das völlig unbrauchbare GeoLizenzen-Modell ist, erschwert es dennoch über die Maßen die Verbreitung, Weiternutzung und Verschränkung der Daten. Anstatt auf international etablierte offene Lizenzmodelle zurückzugreifen wird ein neues Modell „Marke Eigenbau“ als Insellösung geschaffen, das für erhebliche Rechtsunsicherheit sorgt. Dass entscheidende Begriffe wie Quellenangabe nicht nicht ausreichend definiert sind, hilft der Nachnutzung ebenfalls nicht.“

Der Gründer der Plattform Offenes Köln, Marian Steinbach zu eGovernment Computing: „Eine Lizenz verbietet die komerzieller Nutzung. Die andere ist unklar formuliert. Sie verpflichtet eigentlich, die Quelle zu nennen, außer der Datenbereitsteller will die Quellenangabe nicht.“

Deshalb folgert die Community: „Der Erfolg der Plattform und der gesamten Open-Government-(Data)-Strategie des Bundes hängt maßgeblich von einer echten offenen Freigabe der Verwaltungsdaten ab. Bisher droht die Umsetzung dagegen vor allem zu einer inhaltlichen Entwertung des Begriffes Open Government zu führen und damit auch die Entwicklung zu offenem Regieren in Deutschland nachhaltig zu bremsen.

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