Bedenken bei der Public-Cloud-Nutzung Souveräne Cloud: Anwender wollen mehr Datenhoheit, Vertrauen und Kooperation

Von Elke Witmer-Goßner

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Souveräne Cloud-Plattformen werden immer wichtiger für Unternehmen und Behörden. Sie suchen verstärkt nach sicheren, innovativen und skalierbaren Lösungen für das Management ihrer Daten, getrieben von gesetzlichen Regulierungen und dem Wunsch nach mehr Kontrolle über die Daten.

Fast die Hälfte der von Capgemini befragten Organisationen fokussieren sich bei Cloud-Souveränität vor allem auf den Ort der Datenspeicherung.
Fast die Hälfte der von Capgemini befragten Organisationen fokussieren sich bei Cloud-Souveränität vor allem auf den Ort der Datenspeicherung.
(Bild: allvision - stock.adobe.com)

Nach einer aktuellen Studie des Capgemini Research Institute erwarten Organisationen, dass souveräne Cloud-Lösungen Vertrauen und Zusammenarbeit fördern. Viele Organisationen haben Bedenken, Public Clouds als Basis digitaler Transformation zu nutzen. 69 Prozent der Befragten befürchten, in einer solchen Cloud-Umgebung möglicherweise extraterritorialen Gesetzen zu unterliegen, beispielsweise wenn die Daten außerhalb der EU gespeichert werden. 68 Prozent sind besorgt über fehlende Transparenz und Kontrolle darüber, was mit ihren Daten in der Cloud geschieht. Darüber hinaus bewerten 67 Prozent eine Abhängigkeit von Cloud-Anbietern, deren Unternehmenssitz außerhalb der eigenen Gerichtsbarkeit liegt, als kritisch.

Compliance an erster Stelle

Die Mehrheit der Unternehmen und Behörden weltweit will vor allem auf souveräne Cloud-Plattformen setzen, um Compliance mit Regularien sicherzustellen (71 %). 67 Prozent wollen mehr Kontrolle und Transparenz über ihre Daten haben. Extraterritoriale Datenzugriffe zu verhindern, ist für 65 Prozent ein weiterer Grund.

Im öffentlichen Sektor berücksichtigt fast die Hälfte (48 %) der Befragten eine souveräne Cloud entweder bereits als Teil ihrer Cloud-Strategie oder plant, sie in den nächsten zwölf Monaten einzubeziehen. Sowohl für den öffentlichen Sektor als auch die Privatwirtschaft stehen die Compliance mit rechtlichen Vorgaben (76 % im Public Sector bzw. 70 % in der Privatwirtschaft) sowie der Schutz vor extraterritorialem Datenzugriff (69 % bzw. 64 %) im Vordergrund. Insgesamt erwartet die Öffentliche Verwaltung von einer souveränen Cloud mehr datenbezogene Vorteile als private Unternehmen.

Souveräne Cloud synonym mit Speicherort

Bei der Auswahl eines Anbieters konzentrieren sich Unternehmen und Behörden in erster Linie auf vier Schlüsselfaktoren: Identitäts- und Zugriffsmanagement sowie Verschlüsselung (82 %), den Schutz sensibler Daten durch eine isolierte Cloud-Umgebung (81 %) und wettbewerbsfähige Kosten (69 %). Die Verfügbarkeit lokaler oder regionaler Rechenzentren (66 %) ist ebenfalls bedeutsam.

Fast die Hälfte der Organisationen (43 %) definiert eine souveräne Cloud-Lösung als die Speicherung ihrer Daten innerhalb ihrer bevorzugten Gerichtsbarkeit – unabhängig von der ursprünglichen Herkunft des Cloud-Anbieters. Nur 14 Prozent definieren die souveräne Cloud so, dass ausschließlich Cloud-Anbieter mit Gerichtsstand im eigenen Land genutzt werden dürfen.

Compliance ist nur ein Aspekt – souveräne Clouds können zudem den Grundstein für Daten-Ökosysteme legen, die Kooperation und Innovation über Unternehmensgrenzen hinweg fördern.

Sylvia List, Vice President Cloud bei Capgemini

Auf die Frage, welche Cloud-Umgebung sie in den nächsten ein bis drei Jahren nutzen werden, nannte mehr als ein Drittel (38 %) der Organisationen eine Public- oder Hybrid-Cloud mit lokalen Rechenzentren. 30 Prozent erwarten, dass sie eine technisch und betrieblich separierte Cloud-Version oder eine lokale rechtliche Einheit eines Hyperscalers nutzen werden. Nur 11 Prozent planen, ausschließlich mit Cloud-Anbietern zu arbeiten, die ihren Sitz im Geltungsbereich derselben Gerichtsbarkeit haben wie die Organisation selbst.

Gemeinsame Datenplattformen

Mit Cloud-Souveränität möchten Organisationen nicht nur den strengsten regulatorischen Anliegen gerecht werden und Datensicherheitsanforderungen erfüllen, sondern auch weitere Vorteile für sich erschließen: 60 Prozent glauben, dass eine souveräne Cloud die gemeinsame Datennutzung und den Datenaustausch mit vertrauenswürdigen Partnern in einem Ökosystem erleichtern würde. 42 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass ein vertrauenswürdiger, interoperabler Cloud-Service ihnen bei der Skalierung neuer Technologien wie 5G, künstliche Intelligenz (KI) und dem Internet der Dinge (IoT) helfen könnte.

Methodik
Im Rahmen der Studie „The journey to cloud sovereignty: Assessing cloud potential to drive transformation and build trust“ hat das Capgemini Research Institute im Mai und Juni 2021 Führungskräfte aus 1.000 Organisationen befragt und 14 Interviews mit Führungskräften durchgeführt. Die Befragungen fanden in 10 Ländern statt, darunter Deutschland, Frankreich, Italien, die USA, Großbritannien, Indien und Australien. Mit Ausnahme des öffentlichen Sektors verzeichneten alle Unternehmen für das letzte Geschäftsjahr einen Umsatz von mehr als 1 Milliarde US-Dollar.

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei unserem Schwesterportal CloudComputing-Insider.

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