eGovernment und softwareorientierte Architektur (SOA)

SOA zeigt Praxistauglichkeit im Land Berlin

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Eigene Dienste im Echtbetrieb

Eine diensteorientierte Architektur lebt natürlich von der Verfügbarkeit von möglichst vielen und effektiven Services, die man orchestrieren kann. Diese müssen beschafft und für bestehende Systeme aufgebaut werden.

Dies ist ein Prozess, der im Land Berlin noch einiges an Energie fordern wird, beispielsweise zur Einführung der elektronischen Signatur.

Vorteilhaft war bei der Einführung, dass man sich immer an den konkreten fachlichen Prozessen orientierte. Diese wurden zunächst berlinweit auf der Grundlage der gesetzlichen Vorgaben erfasst und in einem optimierten Prozesskatalog zusammengeführt. Dadurch benötigte man beispielsweise für die Anbindung der bestehenden Fachanwendungen keine 100-prozentigen Services (alle Funktionen), sondern nur überschaubare Einzelfunktionen, für die man dann wirtschaftliche Einstiegslösungen schaffen kann.

Für den aktuellen Echtbetrieb in den zwölf Bezirken werden folgende eBG-eigenen Dienste verwendet:

  • Kerndienste im Fachverfahren beispielsweise Dokumentenerstellung, Statusdienst, Fristendienst, Antragsmanagement, Gebührendienst: Einzelansteuerung für die Orchestrierung der Aufgabenlisten innerhalb der Vorgänge.
  • Mandantenübergreifender Stammdatendienst: Einheitliche zentrale Datenpflege mit Bereitstellung für alle Mandanten, beispielsweise für Vorgangstypen, Dokumentvorlagen, Textbausteine, Aufgabenlisten.
  • Elektronischer Aktendienst für die Verwaltung aller Vorgangsdokumente: Aktendarstellung und Weitergabe an verschiedene Systeme zur einheitlichen Vorgangs- und Objektverwaltung.
  • DMS Dienst – Versionierte Ablage und Archivierung: Für die gesicherte Langzeitarchivierung und die online Bereitstellung aller Vorgangs- und Objektdokumente.
  • Scandienst: Für die Übernahme von Papierdokumenten in die elektronische Sachbearbeitung.
  • Integrationsbus mit der Möglichkeit des erweiterten Workflowmanagements und der Zusammenarbeitsoption mit anderen BPEL-Systemen: Orchestrierungsplattform mit Steuerungsfunktion für die arbeitsteiligen Prozesse (beispielsweise elektronische Ämterbeteiligung).

Ferner wurden folgende Dienste des Landes Berlin integriert:

  • Kassenverfahren ProFiskal:

Direkte Übergabe von Gebührenrechnungen.

  • Räumliches Bezugssystem (RBS):

Übernahme von Adressen aus dem RBS in das Fachverfahren eBG.

  • Fächerübergreifendes Informationssystem (FIS-Broker):

Direkter Aufruf von weiteren geobasierenden Informationen zu einem Grundstück direkt aus dem Fachverfahren eBG (beispielsweise Bebauungsplan usw.).

  • Planviewer (Oracle AutoVUE als serverbasierender Dienst mit DMS-Integration):

Komfortable Planbearbeitung (bis A0) mit Verwaltung von Planänderungen in der Vorgangsakte.

In den nächsten Stufen sind noch folgende Landesdienste zu integrieren.

  • Dienste für die EU-DLR (Portal),
  • Formularservices mit aktiver Plausibilisierung aus den Fachdaten,
  • Elektronische Signatur (Einzel- und Amtssignatur),
  • Konvertierdienst: einheitliche gesicherte Konvertierung von Dokumentenformaten (beispielsweise .doc to PDF/A),
  • Stammdatendienste für externe Datenquellen (Architektenkammer),
  • Baulastenverzeichnis im GIS.

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