Support-Ende

So klappt die Windows-10-Migration

| Autor / Redakteur: Johannes Carl, André Christiansen, Torsten Koch / Andreas Donner

IT-Verantwortliche müssen ein neues System richtig anpassen und Nutzereinstellungen, Daten und Software migrieren, bevor der Client an den User zurückgegeben wird.
IT-Verantwortliche müssen ein neues System richtig anpassen und Nutzereinstellungen, Daten und Software migrieren, bevor der Client an den User zurückgegeben wird. (Bild: janjf93 - pixabay - CC0 - gemeinfrei / CC0)

Am 14. Januar 2020 läuft der Support für Windows 7 endgültig aus. Höchste Zeit also, die Migration auf Windows 10 in Angriff zu nehmen. Eine gewissenhafte Vorbereitung ist für die erfolgreiche Migration aber Voraussetzung. Denn damit der Umzug glatt läuft, gibt es einiges zu beachten!

Viele Unternehmen möchten so lange wie möglich an Windows 7 festhalten. Doch es führt kein Weg mehr an einer Migration vorbei. Denn der reguläre Support ist bereits seit Januar 2015 abgelaufen. Noch bis zum 14. Januar 2020 bietet Microsoft im erweiterten Support zumindest Sicherheits-Updates. Eine „verlängerte Frist“ wie bei Windows XP hat Microsoft zwar gerade ebenfalls zugesagt (die Extended Security Updates (ESU) werden nun bis zum Januar 2023 angeboten) – allerdings wird auch hier der länger andauernde Support nur gegen Bezahlung erhältlich sein.

Angesichts der wachsenden Bedrohung durch Schadsoftware können es sich Unternehmen nicht leisten, mit einem veralteten System zu arbeiten. Zudem können neue Systeme seitens der Markenhersteller nur noch mit Windows 10 ausgeliefert werden. Dadurch ist in vielen Unternehmen bereits eine IT-Landschaft mit zwei parallelen Systemen entstanden, die erhöhten Management-Aufwand verursacht. Denn jede Änderung muss sowohl auf Windows 7 als auch auf Windows 10 getestet werden. Auch das spricht dafür, möglichst bald ganz auf Windows 10 umzusteigen und die IT-Landschaft zu konsolidieren.

Support-Ende für Windows 7

Migration frühzeitig planen

Support-Ende für Windows 7

16.01.17 - Wie viele Behörden-Rechner noch unter Windows XP laufen, ist nicht offiziell bekannt. Im April 2014 hatte Microsoft den Support für das beliebte Betriebssystem eingestellt. Nachfolger Vista erhält nur noch bis 11. April dieses Jahres Support, bei Windows 7 ist in drei Jahren Schluss. lesen

Aufwandsabschätzung

Für eine saubere und reibungslose Migration muss der Zeitaufwand einmal abgeschätzt werden. Hierzu lässt sich gut rückwärts rechnen. Zum reinen Austauschaufwand wird der Vorbereitungsaufwand addiert. Hieraus ergeben sich dann häufig Aufgaben, die zügig gestartet werden müssen, wenn man den 14.01.2020 vor Augen hat. Sechs bis zwölf Monate sind als notwendiger Vorlauf dafür keine Seltenheit.

So lässt sich sicherstellen, dass Applikationen und Geräte problemlos mit dem neuen System funktionieren. Den anschließenden Rollout führt man am besten in verschiedenen Stufen aus. Neue PCs können gleich mit Windows 10 ausgeliefert werden. Bedingt durch z.B. zur Verfügung stehendes Personal kann sich eine vollständige Migration lange hinziehen. Wer bisher noch gezögert hat, sollte also dringend mit der Planung anfangen.

Standard-Einstellungen in Windows 10 ändern

Technisch stellt die Migration von Windows 7 auf Windows 10 keine so große Herausforderung wie noch unter Windows XP dar. Es gibt jedoch einige Dinge, die man beachten muss. So liefert Microsoft Windows 10 zum Beispiel mit zahlreichen Voreinstellungen aus, die auf ihre Anwendung hin zu überprüfen und an das jeweilige Unternehmen anzupassen sind.

IT-Verantwortliche müssen also zunächst einmal die individuellen Einstellungen ändern. Von Haus aus wird zum Beispiel für jeden Nutzer der Cloud-Speicherdienst OneDrive Personal aktiviert. Besser ist es hier auf die Variante „OneDrive for Business“ umzustellen. Microsoft ist bestrebt, relevante Analysedaten zu sammeln, um zum Beispiel frühzeitig Malware ermitteln oder das Upgrade auf die kommende Windows 10 Version im Kundeninteresse bewerten zu können.

Funktionen welche bei der Nutzung als Privatanwender vorteilhaft sind, müssen im Unternehmenseinsatz oft angepasst werden – zum Beispiel die Nutzung der digitalen Assistentin Cortana: Sie fordert Zugriff auf Kalender und Kontakte. Unternehmen haben die Möglichkeit, all diese Einstellungen filigran an ihre Bedürfnisse anzupassen und eine unerwünschte Datenübertragung zu verhindern. Insgesamt müssen sie dabei eine Vielzahl von Richtlinien umsetzen. Von Hand ist das mit erheblichem Aufwand verbunden.

Logon-Skripte und Gruppenrichtlinien anpassen

Ein weiterer Arbeitsschritt besteht darin, bestehende Logon-Skripte und Gruppenrichtlinien zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Gruppenrichtlinien sind das Rundum-Einstellungsmittel von Microsoft. Darin können IT-Verantwortliche zum Beispiel festlegen, mit welchen Druckern sich ein PC verbinden soll oder wer Administrator-Rechte bekommt.

Logon-Skripte sind ein zusätzliches Mittel, um technische Abläufe automatisiert durchzuführen, wenn sich der Nutzer anmeldet. Sie sorgen dafür, dass der Computer beim Logon so konfiguriert wird, wie es der Anwender braucht. Wenn Gruppenrichtlinien und veraltete Logon-Skripte sehr viele Anweisungen enthalten, kann das den Anmeldevorgang deutlich verzögern. Dadurch entstehen lästige Wartezeiten, bis der Arbeitsplatz einsatzbereit ist. So kann es zum Beispiel vorkommen, dass ein Logon-Skript einen Computer bei der Anmeldung mit 20 Druckern verbinden möchte, von denen die ersten 15 schon gar nicht mehr existieren. Es lohnt sich also, bei einer Migration sämtliche Logon-Skripte und Gruppenrichtlinien zu überprüfen und zu optimieren.

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