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Vermeintliche Bitstream-Alternativen im Kampf gegen Crosstalk

So funktioniert VDSL2-Vectoring

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Implementierung per BLV, SLV oder NLV

Die Glasfaser kommt immer näher zum Kunden.
Die Glasfaser kommt immer näher zum Kunden.
(Bild: DTAG)

Vectoring setzt neben einem VDSL2-Vectoring-Modem beim Endanwender einen entsprechend ausgestatteten Digital Subscriber Line Access Multiplexer (DSLAM) voraus. Dort können die entsprechenden Funktionen auf verschiedenen Ebenen implementiert werden. Beim Board-level Vectoring (BLV) wird der Vectoring Processing Chip auf Steckkarten implementiert – die Backplane bleibt unverändert. Beim alternativen System-level Vectoring (SLV) sitzt der Vectoring Processing Chip auf einem Board hoher Kapazität, das wiederum mehrere VDSL2-Line-Cards kontrolliert. Bei Node-level Vectoring (NLV) werden mehrere SLV-Elemente zusammengefasst.

Der Alien im gleichen Bündel

Wie bereits angedeutet kann Vectoring nichts gegen Alien Talk ausrichten. Zu diesem zählen nicht nur Störeinflüsse von außen, sondern mitunter auch Leitungen im gleichen Bündel. Mit Verweis auf den DSL-Experten Ikanos nennt Netzwerkspezialist JDSU in einem Whitepaper (PDF) folgenden Wert: Erst wenn mehr als 90 Prozent der Leitungen eines Bündels gemanaget werden, lohnt sich Vectoring; unter Verwendung Vectoring-freundlicher Modi und neuer Funktionen für die digitale Signalverarbeitung auch schon etwas früher.

Zu nicht gemanagten Leitungen zählen einerseits T-1, E-1, HDSL oder ISDN-Dienste. Andererseits tragen auch nicht vom Vectoring-System kontrollierte VDSL-Leitungen zum Fremdrauschen bei.

Technische Behelfe und Regulierung

Hier kollidieren technischer Ansatz und Marktregulierung: Am effektivsten funktioniert Vectoring, wenn alle Leitungen unter Kontrolle eines Systems sind. Das bedeutet jedoch auch, dass alle VDSL2-Leitungen unter Aufsicht eines einzelnen Access Providers stehen müssen.

Wie sich das Dilemma mehr schlecht als recht, technisch lösen lässt skizziert Alcatel-Lucent mit drei denkbare Ansätzen: Einerseits könnten Provider das Problem komplett ignorieren und Vectoring auf gut Glück einsetzen. Das führe – wenn überhaupt – zu wenig vorhersehbaren Verbesserungen der Leistung. Die zweite als „Alien Crosstalk Cancellation“ oder „SuperMIMO“ beschriebene Alternative funktioniere auch nur dann, wenn vergleichsweise wenige unkontrollierte Leitungen vorhanden sind und Teilnehmer zudem Zugriff auf mehrere Kabelpaare besitzen. Das Dynamic Spectral Management (DSM) schließlich erreiche Verbesserungen nur auf Kosten konkurrierender Verbindungen.

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