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eVisum und eTA online beantragen SmartTravel soll Reisen erleichtern

Autor: Julia Mutzbauer

Bisher war das Antragsverfahren für Visa sehr aufwendig. Um den Vorgang zu erleichtern, bietet Veridos jetzt eine digitale Lösung an: SmartTravel soll den gesamten Prozess für einen eVisums-Antrag sowohl für Behörden als auch für Reisende einfacher, effizienter und komfortabler gestalten.

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Mit der Web-basierten Lösung können Visa und eTA (Electronic Travel Authorization)-Antrage online gestellt und verarbeitet werden
Mit der Web-basierten Lösung können Visa und eTA (Electronic Travel Authorization)-Antrage online gestellt und verarbeitet werden
(© WrightStudio – stock.adobe.com)

Wegen der geographischen Lage in der Mitte Europas ist Deutschland ein wichtiges Ziel- und Transitland. Mit dem Beginn der Corona-Pandemie ist die Reiseintensität zwar weltweit stark zurückgegangen, doch in „normalen“ Zeiten kommen jährlich zahlreiche Menschen aus dem Ausland zu einem kurzfristigen Aufenthalt nach Deutschland. Um in die Bundesrepublik einreisen zu können, benötigen Drittstaatsangehörige grundsätzlich ein Visum. Bisher mussten Antragsteller ihre Unterlagen persönlich bei der Auslandsvertretung oder beim zuständigen Antragsannahmezentrum an ihrem Wohnort einreichen.

Keine Wartezeiten mehr

Insbesondere während der Hauptreisezeit kann es zu langen Wartezeiten kommen, bis der Antrag bei der Auslandsvertretung gestellt werden kann. Wie das Auswärtige Amt erklärt, haben deshalb manche Auslandsvertretungen mit besonders hohem Antragsaufkommen Terminvergabesysteme eingeführt, um den Antragstellern einen konkreten Termin für die Visaantragstellung anbieten zu können. „Vor Einführung der Terminvergabesysteme mussten dort viele Antragsteller bis zur Einreichung ihres Visumsantrags teilweise mehrere Tage vor der Visastelle in einer Schlange warten“, heißt es dazu. Forderungen der Antragsteller nach einem verbesserten Kundenservice und der aus Wirtschaft und Politik lauter werdende Ruf nach einer rascheren und effizienteren Visumerteilung sind die Folge.

Hier setzt SmartTravel an: Mit dieser Anwendung müssen Antragsteller künftig kein Visum-Center mehr aufsuchen. „Online-Dienste sind gerade in der aktuellen Covid-19-Situation das Gebot der Stunde. Und Länder und Behörden profitieren durch die neue Lösung von einer höheren Sicherheit durch automatische Background-Checks der Antragsteller und einer optimierten Grenzkontrolle“, erläutert Dr. Silke Bargstädt-Franke, Head of Product Management bei Veridos. Zwar können Antragsteller ihre Formulare auch online über die Internetseite des Auswärtigen Amtes ausfüllen, jedoch müssen diese dann trotzdem ausgedruckt und persönlich eingereicht werden. Im Gegensatz dazu bietet die eVisums-Lösung eine Website, auf der Reisende ihr Visum online beantragen können.

Zusätzlich können sie sich dort über das Verfahren, die Anforderungen und die Gebühren sowie den Status des Antrags informieren. Darüber hinaus können über die Website Dokumente wie Pass-Scans, Einladungsschreiben oder Impfbescheinigungen eingereicht und elektronische Zahlungen ausgeführt werden. Die Antragsteller erhalten das eVisum per eMail und können es in der bevorzugten Form nutzen: als ein eWallet-Element, eine Bild- oder PDF-Datei auf dem Smartphone oder auch als Ausdruck.

Bearbeitung der Anträge

Für die Regierungsbehörden steht eine Webanwendung zur Verfügung, die eine einfache Bearbeitung und Überprüfung der eingereichten Anträge ermöglicht und Statistiken erhebt. Zudem sind Backend-Systeme enthalten, die die persönlichen Daten von Antragstellern automatisch mit nationalen oder internationalen Watchlists – etwa von Interpol – abgleichen. Eine Schnittstelle zum Grenzkontrollsystem ermöglicht Kontrolleuren eine schnelle Überprüfung des eVisums, die Anzeige von Informationen zum Reisenden, das Hinzufügen neuer Kommentare und die Aufzeichnung von Ein- und Ausreisedaten. Dadurch soll die Grenzkontrolle erheblich vereinfacht und beschleunigt werden. Zudem bietet die Lösung Strafverfolgungsbehörden eine Smartphone-Anwendung an, mit der eVisa offline und online überprüft werden können.

Datenanalyse

Weiterhin verweist der Anbieter darauf, dass für staatliche Stellen insbesondere die Data-Analytics-Funktionen von Vorteil sind. Diese ermöglichen es, die Anzahl der ausgestellten eVisa nach Nationalität, Visumtyp, Zeitraum, Einreiseort oder verbuchten Gebühren zu überwachen. Dadurch ist es beispielsweise möglich, Marketing-Aktivitäten im Tourismus oder auch die Ressourcenplanung an den verschiedenen Grenzkontrollstellen zu optimieren. Darüber hinaus profitieren Behörden bereits bei der Antragstellung vom automatischen Abgleich persönlicher Daten mit verschiedenen Watchlists. Auf dieser Informationsbasis können Anträge verdächtiger Personen abgelehnt werden.

Zum Thema Sicherheit heißt es, dass alle eVisa als ICAO-konforme sichtbare digitale Siegel mit elektronischer Signatur ausgestellt werden. Die ICAO (International Civil Aviation Organization) ist die Internationale Zivile Luftverkehrsorganisation. Durch diese Zertifizierung besteht ein hoher Schutz vor betrügerischen Aktivitäten mittels Kopien oder Fälschungen. Der Siegelgenerator kann in die vorhandene Public Key Infrastructure integriert werden.

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Über den Autor

 Julia Mutzbauer

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Redaktion, eGovernment Computing