Bitkom-Umfrage zur Handynutzung in Schulen

Smartphone-Verbote in Schulen ignorieren die Realität

| Redakteur: Ira Zahorsky

Der Bitkom fordert statt einem Verbot einen verantwortungsvollen Umgang mit Smartphones an Schulen.
Der Bitkom fordert statt einem Verbot einen verantwortungsvollen Umgang mit Smartphones an Schulen. (Bild: © sunabesyou - stock.adobe.com)

Smartphones stehen in den meisten deutschen Schulen auf dem Index. In mehr als der Hälfte der Schulen (54 %) sind Handys im Unterricht verboten. Das ist das Ergebnis einer Befragung von gut 500 Lehrern der Sekundarstufe I im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

In jeder sechsten Schule (16 %) gibt es sogar ein generelles Handyverbot – also auch in den Pausen. In vielen Fällen ist die Handynutzung je nach Lehrer und Fach unterschiedlich geregelt. In 45 Prozent der Schulen sind Handys bei bestimmten Lehrern verboten, in 43 Prozent in bestimmten Fächern. Lediglich in 4 Prozent der Schulen gibt es überhaupt kein Handyverbot.

Zumindest im Unterricht sind Smartphones in den meisten Schulen verboten.
Zumindest im Unterricht sind Smartphones in den meisten Schulen verboten. (Bild: Bitkom)

Verantwortungsvoller Umgang

„Smartphones sind für die allermeisten Menschen unverzichtbare Begleiter in allen Lebenslagen – auch für Kinder und Jugendliche. Zwei Drittel der Zehn- bis Elfjährigen besitzen ein eigenes. Verbote ignorieren die Realität und bewirken oft das Gegenteil“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Statt Smartphones wegzusperren, sollten wir unseren Kindern lieber so früh wie möglich beibringen, verantwortungsvoll damit umzugehen und sich sicher, souverän und selbstbewusst in der digitalen Welt zu bewegen.“

Unterricht wie vor 20 Jahren

Während nahezu jeder Lehrer privat ein Smartphone nutzt (98 %), spielt das Gerät im Unterrichtsalltag keine Rolle. Neun von zehn Lehrern (90 %) setzen es nie im Unterricht ein, 8 Prozent allenfalls in Ausnahmefällen. Dagegen hält sich ein Relikt aus analogen Zeiten weiter wacker: der Overhead-Projektor. Drei von vier Lehrern (78 %) setzen dieses Gerät an allen Unterrichtstagen, regelmäßig oder zumindest in Ausnahmefällen ein.

„Der Unterrichtsalltag scheint sich im Vergleich zum 20. Jahrhundert kaum verändert zu haben. Dabei sind digitale Geräte und Medien wie Smartphone, Tablet oder interaktive Whiteboards den klassischen Unterrichtsmitteln wie Tafel oder Overhead-Projektor weit überlegen“, sagt Berg. „Unterrichtsinhalte können mit digitalen Technologien besser und zielgerichteter vermittelt werden. So passen adaptive Lernsysteme das Lernangebot genau an den persönlichen Wissenstand und Lernfortschritt des Schülers an und ermöglichen so eine sehr individuelle Förderung.“

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