Forscher nutzen NFC-Chip im Handy für mobile Personalausweis-App MONA

Smartphone-App zum mobilen Identitätsnachweis mit dem neuen Personalausweis

10.08.2011 | Redakteur: Peter Schmitz

Forscher der TU Darmstadt haben eine Smartphone-App entwickelt, die den NFC-Chip in einem Handy zur Identifikation mit Hilfe des neuen Personalausweis nutzt.
Forscher der TU Darmstadt haben eine Smartphone-App entwickelt, die den NFC-Chip in einem Handy zur Identifikation mit Hilfe des neuen Personalausweis nutzt.

Künftig soll die eID-Funktion des neuen Personalausweises auch mit modernen Smartphones nutzbar sein. Dazu haben Forscher der TU Darmstadt am Center for Advanced Security Research Darmstadt (CASED) die erste mobile eID-App „MONA“ für den neuen Personalausweis entwickelt. Anstelle von Computer und Kartenleser benötigen Nutzer zukünftig nur noch ein modernes Smartphone mit NFC-Chip (Near Field Communication) für den sicheren elektronischen Identitätsnachweis.

Bisher benötigte jeder, der die eID-Funktion nutzen wollte, einen Computer mit installierter eID-Software und einen entsprechenden Kartenleser. Die sogenannte Near Field Communication (NFC) Technologie ermöglicht es modernen Handys, mit dem kontaktlosen Chip im neuen Personalausweis zu kommunizieren. NFC-fähige Smartphones übernehmen so die Funktion von Computer und Kartenleser und erlauben eine mobile Nutzung des Personalausweises. Als App bringt MONA die einzelnen Komponenten auf dem Smartphone dazu, miteinander zu kommunizieren und bietet den Nutzern Möglichkeiten zur Interaktion.

MONA steht für „Mobile Authentisierung mit dem neuen Personalausweis“ und ist eine Java ME Applikation für mobile Endgeräte. Die erste Version der App läuft auf dem Nokia-Modell 6212 und kann leicht für andere Modelle angepasst werden. Moritz Horsch hat die Software zusammen mit Dr. Alexander Wiesmaier und Johannes Braun in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Johannes Buchmann entwickelt und will so den Einsatz des Ausweises vereinfachen.

„Die eID-Funktion des neuen Personalausweises kann viele Internetdienste sicherer und transparenter machen, die momentan nur Benutzername und Passwort als Identitätsnachweis verlangen, zum Beispiel für Online-Einkäufe. Mit unserer App können bald alle Besitzer geeigneter Smartphones die Funktion nutzen, egal ob zuhause oder unterwegs“, so Horsch.

Der Anwender kann mit MONA für jeden Dienst individuell entscheiden, welche Daten übertragen werden dürfen. Die Forscher haben dabei aber nicht nur die Nutzer im Blick: „MONA macht den elektronischen Identitätsnachweis auch für Anbieter von Internetdiensten interessanter, weil das Smartphone viel näher am Alltag der Nutzer ist als ein entsprechender Kartenleser“, erklärt Wiesmaier.

MONA künftig auch für Android und Co

Die in einem Projekt der Deutschen Telekom Laboratories in Zusammenarbeit mit T-Systems und der media transfer AG entwickelte erste Version der Software wollen die Wissenschaftler in den kommenden Monaten im Zuge eines Open-Source Projektes veröffentlichen und mit interessierten Programmiererinnen und Programmierern für verschiedene Smartphones, z.B. für Android-Handys, weiterentwickeln.

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