Städte effizienter und nachhaltiger gestalten Smarte Technik gegen illegale Müllentsorgung

Autor: Julia Mutzbauer

Illegal entsorgte Matratzen, Monitore oder Verpackungsmüll: Laut einem Bericht des MDR sind die Ausgaben für die Beseitigung von unerlaubt abgeladenem Müll im vergangenen Jahr in den großen Städten in Sachsen deutlich gestiegen. Kann der Einsatz von smarter Technik das Problem lösen?

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Netzwerk-Kameras sollen illegaler Müllentsorgung entgegen wirken, indem sie potenzielle Täter abschrecken
Netzwerk-Kameras sollen illegaler Müllentsorgung entgegen wirken, indem sie potenzielle Täter abschrecken
(© Axis Communications)

Nach den Angaben der Leipziger Stadtverwaltung ist die Menge an illegalem Müll zwischen 2017 und 2020 von 1.585 Tonnen auf 2.630 Tonnen gestiegen. Dadurch waren die Entsorgungskosten mit 407.000 Euro im vergangenen Jahr fast doppelt so hoch wie im Zeitraum davor mit 240.000 Euro.

Netzwerk-Kameras sollen Täter abschrecken

In einer Multiscope-Umfrage im Auftrag des Netzwerktechnik-Herstellers Axis Communications geben 36 Prozent der Befragten an, dass durch mehr Kontrollen über Technik, wie Kameras, das unerlaubte Abladen von Abfall in Städten eingeschränkt werden könnte.

Während in Deutschland Netzwerk-Kameras hauptsächlich für die Sicherheit in Städten eingesetzt werden, verwenden die belgischen Städte Lummen und Beringen diese Technik bereits, um gegen das Müllproblem vorzugehen. Dabei kommt das Überwachungssystem von Mobiqam und die mobilen Netzwerk-Kameras von Axis Communications zum Einsatz. Letztere werden temporär oder dauerhaft an Orten installiert, an denen Vermüllung oder das unerlaubte Abladen von Müll häufig vorkommen. Die Kameras sollen dabei potenzielle Täter abschrecken. Kommt es trotzdem zu Verstößen, kann das Videomaterial zur Strafverfolgung genutzt werden.

„Dies hilft nicht nur der Stadt, die das ordnungsgemäße Entsorgen des Mülls sehr viel Geld kostet. Die Lösung trägt auch dazu bei, die Umwelt sauberer zu halten und damit die Lebensqualität der Bürger zu verbessern“, so das Technikunternehmen.

Sensoren für nachhaltige Müllabfuhr

Doch einige Städte und Kommen wollen nicht nur gegen die illegale Müllentsorgung vorgehen, sondern setzen sich auch dafür ein, die eigene Müllabfuhr mit Hilfe des Internet of Things (IoT) effizienter und nachhaltiger zu gestalten. So hat Darmstadt beispielsweise seit Anfang des Jahres eine städtische Datenplattform eingerichtet, über die unter anderem auch die Füllstände von Mülltonnen abgerufen werden können. Dazu wurden Sensoren in den Müllbehältern angebracht. Wenn die Behälter voll sind und zur Leerung angefahren werden können, werden die städtischen Mitarbeiter des EAD Darmstadt per Datenübertragung informiert.

Zudem empfiehlt das System die beste Route für die Leerungstour. „Die Müllabfuhr folgt damit keinen festen Routinen mehr – unabhängig davon, ob Müllcontainer voll oder leer sind – sondern fährt gezielt nur volle Behälter an. Das spart Kosten, verringert CO2-Emissionen und reduziert Lärm“, erklären die Netzwerkspeziallisten.

Fazit

„Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, eine Stadt intelligenter, nachhaltiger und sicherer zu machen“, so Edwin Beerentemfel, Manager Global Partners & End Customers Middle Europe bei Axis Communications. „Mit IoT-Sensoren können wir Informationen sammeln, die nicht nur mithilfe von Kamerabildern erfasst werden können. Sie können beispielsweise Schadstoffwerte in der Luft, den Lärmpegel oder eben Füllstände von Müllbehältern messen. Damit sind sie eine sinnvolle Ergänzung zu vielen kamerabasierten Sicherheitssystemen und tragen zum Umweltschutz und zur Lebensqualität einer Stadt bei.“

Viele Deutsche glauben, dass unerlaubte Müllentsorgung in Städten durch mehr Kontrollen über Technik eingeschränkt werden könnte.
Viele Deutsche glauben, dass unerlaubte Müllentsorgung in Städten durch mehr Kontrollen über Technik eingeschränkt werden könnte.
(© Axis Communications)

Weitere Infos

Weitere Informationen zum illegal abgeladenen Müll in den großen Städten in Sachsen finden Sie im entsprechenden MDR-Artikel.

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 Julia Mutzbauer

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Redaktion, eGovernment Computing