Die digitale Verwaltung

Smarte Bürger-Services mit künstlicher Intelligenz und Blockchain

| Autor / Redakteur: Rainer Oude Hengel* / Susanne Ehneß

Es ist denkbar, dass Behördenportale in naher Zukunft durch textbasierte Chatbots oder digitale Sprachassistenten erweitert werden
Es ist denkbar, dass Behördenportale in naher Zukunft durch textbasierte Chatbots oder digitale Sprachassistenten erweitert werden (© carloscastilla - stock.adobe.com)

Die Digitalisierung erlaubt Bund, Ländern und Kommunen, ihren Service zu verbessern und zu beschleunigen. Die Zeit der Papierformulare wird bald endgültig vorbei sein.

Wer zum „Amt“ muss, betritt eine Welt der Papierformulare. Doch die Tage der analogen Verwaltung sind gezählt, immer mehr Behörden steigen um auf Online-Zugänge und digitale Bearbeitung: Die Bundesregierung wird noch in diesem Jahr die ersten Verwaltungsdienstleistungen über ein Bürgerportal bereitstellen.

Der Plan von Kanzleramtsminister Helge Braun: Ab 2022 soll alles digital erledigt werden. Die Bundesregierung will bis dahin einen sogenannten Portalverbund aufbauen, bei dem die Bürger für den Zugang nur noch ein einziges Passwort brauchen und anschließend sämtliche Behördengänge online erledigen ­können – bis hin zur Beantragung eines neuen Ausweises.

Zwar besitzen einige Bundesländer eigene Portale, doch meist verweisen sie nur auf die Adresse und Telefonnummer der gewünschten Behörde.­ Das soll sich bald ändern, sodass ein zentrales Portal alle Anfragen zum richtigen Serviceanbieter ­weiterreicht.

Bürger fragen, Chatbots antworten in ­Alltagssprache

Dann reicht ein einziges Bürger- oder Unternehmenskonto aus, um sich gegenüber der Verwaltung auf allen Ebenen (Kommune, Land, Bund, EU) zu identifizieren und alle Dienstleistungen zu nutzen. Onlineanträge für Reisepässe oder Gewerbescheine, die Anmeldung eines Tieres zur Hundesteuer, die Bestellung einer zusätzlichen Mülltonne oder die Beantragung eines Kita-Platzes – Online-Formulare helfen den Gemeinden dabei, die Daten automatisiert zu erfassen.

Dabei werden die persönlichen ­Daten des Benutzerkontos nur einmal eingegeben, bei jeder neuen Interaktion mit einer Behörde werden die notwendigen Angaben automatisch eingetragen.

Allerdings ist ein solches Web­portal nur ein erster Schritt, denn digitale Technologien ermöglichen weitaus mehr Komfort für die Bürger. Der Einsatz künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und der Blockchain erlauben viele weitere automatische Services.

So ist es denkbar, dass in naher Zukunft die Behördenportale durch textbasierte Chatbots oder digitale Sprachassistenten erweitert werden. Sie ermöglichen es Bürgern, in Alltagssprache formulierte Fragen im Portal zu stellen – am PC genauso wie in einer Smartphone App.

Beim Einsatz eines Chatbots oder eines digitalen Sprachassistenten können die Bürger ihre Anliegen direkt formulieren: „Ich möchte eine Firma anmelden“. Der Chatbot könnte nun Rückfragen stellen, um zusätzliche Informationen zu ermitteln – beispielsweise den Standort der Firma, die Rechtsform und vielleicht die Namen von Teilhabern. Dank der raschen Fortschritte in der KI-Technologie können so bereits heute recht schwierige Dialoge bewältigt werden und anhand einer Analyse des Gesprächs zu hilfreichen Ratschlägen führen.

So wäre es möglich, dass der Chatbot auch einfache Beratungsgespräche führt und zum Beispiel den Antragsteller zunächst auf Hilfeseiten zur ­Firmengründung verweist.

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Chatbots antworten in Alltagssprache: Das wird ja heiter, sollten auch jene Schöpfer von...  lesen
posted am 30.07.2018 um 07:31 von Unregistriert


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