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Kategorien für unterschiedliche Daten

Sinn von Cloud Services in der ­Öffentlichen Verwaltung

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Grundsätzlich ist zwischen personenbezogenen Daten und sachbezogenen Daten zu unterscheiden. Die personenbezogenen Daten spalten sich auf in drei Kategorien: „normale“ personenbezogene Daten, anonymisierte personenbezogene Daten und besondere Arten von personenbezo­genen Daten. Die Kategorien „besondere Arten von personenbezogenen Daten“ und „besonders schutzwürdige sachbezogene Daten“ weisen vergleichbare Merkmale auf und bedürfen eines besonderen Schutzes, daher werden sie in der Kategorie kritische Daten zusammengefasst (siehe Tabelle).

Personenbezogene Daten und Anwendungen, die diese Daten verarbeiten, lassen sich lediglich der Private Cloud zuordnen beziehungsweise einer Community Cloud. Die Private Cloud ermöglicht die Datensicherheit und den notwendigen Datenschutz, welche bei den sensiblen Daten erforderlich sind. Anonymisierte personenbezo­gene und sachbezogene Daten unterliegen nicht dem Datenschutzgesetz oder sind nach dem BDSG keine schutzwürdigen Daten und können somit der Public Cloud zugeordnet werden.

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Die kritischen Daten bedürfen eines besonderen Schutzes. Es kommt nur eine Zuordnung zur Private Cloud in Frage. Mischformen von Daten aus den bisher genannten Kategorien werden der Hybrid Cloud zugeordnet. Sie enthält jeweils die entsprechend benötigte Lösung aus Private Cloud, Public Cloud und / oder Community Cloud.

Cloud Services in der Öffentlichen Verwaltung

Aus der Darstellung ergibt sich, dass für klassische Verwaltungs­services, bei denen personenbezogene Daten gehandhabt werden, vor allem Private- und Community-Cloud-Varianten geeignet sind. Für Informationsbereitstellungsservices (Internetangebot, Open-Data-Angebote etc.) oder auch die Entwicklung von Open-Government-Anwendungen sind Public-Cloud-Lösungen geeignet. Wendet man dieses Beurteilungsmuster auf eine beispielhafte Stichprobe von Verwaltungsleistungen an, machen diejenigen Leistungen, die in der Public Cloud abgewickelt werden können, die größte Gruppe aus. Dieser Befund deckt sich im Wesentlichen mit dem Einsatzmuster von Cloud Services in den Öffentlichen Verwaltungen anderer Länder.

Der Bereich von Open Data und Open Government scheint großes Potenzial für Public-Cloud-Lösungen zu bieten, da hier noch Entwicklungsbedarf besteht und Verwaltungen auf kostengünstige, stabile Angebote angewiesen sind. Insbesondere im nicht-hoheitlichen Bereich – das heißt beispielsweise Open-Data-Portale, Open-Data-Services oder Diskussionsforen ohne personenbezogene Daten (pseudonymisierte Teilnehmer) – scheinen Cloud-Angebote unkritisch und stellen eine effiziente Bereitstellungsalternative dar.

Vorteile von Platform as a Service

Die Vorteile im Bereich Kostensenkung, aber auch Nutzung von Kreativpotenzial im Bereich Entwicklung, die Public Clouds bieten, können insbesondere im Bereich Platform as a Service genutzt werden. Die kooperative Entwicklung nutzerfreundlicher und attraktiver Bürgerdienste für unterschiedliche Anwendungsbereiche und Endgeräte weist gerade in Deutschland noch deut­lichen Nachholbedarf auf. Die Nutzung von Public Cloud basierten Entwicklungsplattformen zeigt in anderen Ländern bereits Erfolge und könnte auch in Deutschland großen Nutzen stiften.

Speziell der Betrieb von Portalen oder Informationsplattformen mit unkritischen Daten kann mittels ­Public-Cloud-Plattformen (Platform as a Service) erfolgen. Auch hier sind die Kostenvorteile insbesondere für kleine Verwaltungseinheiten ein wesentlicher Aspekt. Gerade im Bildungs-, Weiterbildungs- und Schulbereich werden hier weitere große Potenziale vermutet.

Public-Cloud-basierte Software-as-a-Service-Angebote haben insbesondere im Bereich Portal-Anwendungen, CMS und Open Government beziehungsweise Open Data großes Potenzial. Hier werden öffentliche Daten gespeichert und verarbeitet. Insbesondere kleine Verwaltungseinheiten sind häufig von den technischen und finanziellen Anforderungen der Implementierung und Wartung aktueller Web-Angebote überfordert und könnten von Software-as-a-Service-Angeboten stark profitieren. Hier könnte die Öffentliche Verwaltung auch in großem Maße von den Erfahrungen und Entwicklungen aus dem privatwirtschaftlichen Bereich profitieren und so kostenintensive Nachentwicklungen speziell für den öffentlichen Bereich vermeiden.

Im Bereich von kritischen Daten oder Daten mit Schutzanforderungen sind Software-as-a-Service- und Platform-as-a-Service-Angebote in hybriden oder Private-Cloud-Bereitstellungsmodellen geeignet. Die Übergänge zwischen öffentlichen Platform-as-a-Service-Angeboten und hybriden oder privaten Software-as-a-Service-Modellen sind zu prüfen. Die Studie finden Interessenten im Internet.

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