Der IT-Gipfel zieht weiter nach Berlin

Sigmar Gabriel investiert fast halbe Milliarde in die Digitale Wirtschaft

| Redakteur: Manfred Klein

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel eröffnet den 8. Nationalen IT-Gipfel
Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel eröffnet den 8. Nationalen IT-Gipfel (Foto: BMWi/Michael Reitz)

Der 8. Nationale IT-Gipfel stand ganz im Zeichen einer Sportmetapher: Die erste Halbzeit im Spiel um eine international konkurrenzfähige IT-Wirtschaft habe man „krachend verloren“, so Telekom-Chef Tim Höttges in einer Diskussionsrunde. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel will nun die zweite Spielhälfte gewinnen und kündigte ein großangelegtes Förderprogramm an.

Bundesminister Gabriel: „Mit der Digitalen Agenda hat die Bundesregierung politische Leitlinien für die Digitalisierung formuliert. Mir ist wichtig, dass sich IKT-Branche, Anwender und gesellschaftliche Gruppen wie die Netzgemeinde künftig auf Augenhöhe begegnen, deshalb öffnen wir den IT-Gipfel-Prozess. Insbesondere die traditionell starken Industriezweige wie Maschinenbau, Elektrotechnik und Automobilbau sollen stärker in diesen Dialog einbezogen werden, was die Einrichtung einer Plattform ´Industrie 4.0´ unterstreichen soll. Die digitale Wirtschaft ist ein bedeutender Wirtschaftszweig, den wir mit zahlreichen Programmen und Maßnahmen weiter unterstützen möchten. Dafür wird das Bundeswirtschaftsministerium bis 2018 circa 430 Millionen Euro aufwenden.“

Der Bundeswirtschaftsminister legt auf dem Gipfel konkrete Umsetzungsschritte für das Handlungsfeld „Digitale Wirtschaft und digitales Arbeiten“ der Digitalen Agenda vor.

An den Start ging unter anderem das neue Technologieprogramm „Smart Service Welt“, mit dem die Forschungs- und Entwicklungsförderung um intelligente Dienstleistungen für die „Industrie 4.0“ erweitert wird. Um den Mittelstand stärker für die neuen Möglichkeiten und Potenziale der Produktion der Zukunft zu sensibilisieren, sollen zudem fünf Zentren für Information und Demonstration zu Industrie 4.0 eingerichtet werden.

In der „Hamburger Erklärung“ verständigten sich die Gipfelteilnehmer auf die entschlossene und verantwortungsvolle Fortsetzung der Kooperation zwischen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in den kommenden Jahren.

Zudem wurden erste Ergebnisse des Monitoring-Reports Digitale Wirtschaft 2014 auf dem Gipfel präsentiert. Danach konnte die Digitale Wirtschaft Deutschlands im 15-Länder-Vergleich einen guten fünften Platz behaupten: Bei den IKT-Umsätzen erreicht Deutschland mit einem Anteil von 4,3 Prozent an den weltweiten Umsätzen Platz fünf. Bei der Nutzung von neuen Technologien in Unternehmen liegt Deutschland im 15-Länder-Vergleich auf Rang vier. Nachholbedarf hat Deutschland jedoch beim Export von IKT.

So liegt der Anteil an allen Exporten nur bei knapp neun Prozent. Das entspricht dem zwölften Rang im internationalen Vergleich. Die Digitale Wirtschaft ist mit über 91.000 Unternehmen und gut 900.000 Beschäftigten ein bedeutender Zweig der deutschen Wirtschaft. Mit einem Anteil von 4,7 Prozent an der gewerblichen Wertschöpfung liegt sie gleichauf mit dem Automobilbau und vor der Traditionsbranche Maschinenbau.

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