SVC kooperiert mit Red Hat

Sicheres Umfeld für die Gesundheitskarte

| Redakteur: Susanne Ehneß

GINA, Kartenleser und die zugehörigen e-cards
GINA, Kartenleser und die zugehörigen e-cards (Bild: SVC)

Um eine sichere Kommunikation zwischen Patient, Arzt, Krankenhaus, Apotheke und Sozialversicherung zu ermöglichen, hat die österreichische Sozialversicherungs-Chipkarten Betriebs- und Errichtungsgesellschaft (SVC) eine zukunftsfähige Architektur für den Betrieb einer elektronischen Gesundheitskarte aufgebaut.

Mit der 56. ASVG-Novelle (Allgemeines Sozialversicherungsgesetz) wurde dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger die Aufgabe übertragen, eine SV-Chipkarte („e-card“) als Grundlage für ein elektronisches Verwaltungssystem („ELSY“) in der österreichischen Sozialversicherung zu schaffen.

Ursprünglich als Ersatz für den Krankenschein eingeführt, leistet das e-card-System heute deutlich mehr. Schritt für Schritt wurden Papierprozesse durch elektronische Lösungen ersetzt, die Patienten unnötige Wege ersparen und den Gesundheitsdienstleistern administrative Erleichterungen bringen. So werden heute die Bewilligungen chefarztpflichtiger Medikamente oder die Arbeitsunfähigkeitsmeldungen elektronisch über das e-card-System abgewickelt.

Modernisieren

Rund vier Jahre nach dem offiziellen Startschuss erfolgte ein erstes Update der zentralen Softwarebausteine des e-card-Systems. Der bis dahin eingesetzte IBM WebSphere Application Server wurde nicht mehr länger gewartet und durch die Community-Edition von JBoss abgelöst. Darüber hinaus wurden die Versionsstände von Java sowie der Java-Frameworks aktualisiert.

Als Systemintegrator war die SV-Chipkarten Betriebs- und Errichtungsgesellschaft (SVC) für die technische Umsetzung der Software und das Projektmanagement verantwortlich. Auftraggeber ist der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger.

Neun Jahre nach der Ersteinführung stand 2014 eine zweite, grundlegende Modernisierung an: Auf der GINA-Box (siehe Aufklappmenü „Die zentralen Elemente der e-card-Infrastruktur“) sollte keine reine Open-Source-Lösung eines Applikations-Servers mehr zum Einsatz kommen, sondern eine Version mit vollständigem Enterprise-Service und -Support, um weiterhin anspruchsvolle Service Level Agreements abdecken zu können. Die SVC entschied sich daher für Red Hats „JBoss Enterprise Application Platform“.

„Das e-card-System steht unter einer genauen öffentlichen Beobachtung. Das betrifft die Verfügbarkeit und vor allem die Datensicherheit“, erklärt Rainer Schügerl, Leitung Bereich Technik bei der SVC. „Wir verarbeiten Daten, die dem österreichischen Datenschutzgesetz zufolge als medizinische Daten einzustufen sind und daher als besonders sensibel gelten.“ Man wollte sich daher nicht mehr alleine auf eine Open-Source-Community ohne expliziten Support verlassen.

Applikationsplattform

Eines der Kriterien war ein komfortables und produktives Erstellen von Applikationen. „Eine wichtige Rolle bei der Entscheidung für ‚Red Hat JBoss Enterprise Application Platform‘ spielte auch der Wunsch, die Anwendungsentwicklung, die vorher auf Servern und Clients mit unterschiedlichen Tools erfolgte, zu vereinheitlichen“, erläutert Schügerl. „In diesem mehrstufigen, verteilten System können wir spürbar effizienter agieren und alle Abläufe einfacher steuern.“ Die Plattform arbeite ressourcenschonend als Embedded Software auf rund 11.000 GINA-Boxen, über die sowohl Applikation als auch andere zentrale Funktionen gesteuert werden können.

Ergänzendes zum Thema
 
Die zentralen Elemente der e-card-Infrastruktur:

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