Wer hat's verbummelt?

Schweizer Steuerverwaltung versenkt 80 Millionen Euro mit IT-Projekt

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Konsequenzen zum Teil bereits gezogen

Der Bundesrat und das EFD haben aus den Problemen des Projektes INSIEME und aus ähnlichen Erfahrungen anderer Grossprojektes bereits vor dem Abbruchentscheid Konsequenzen gezogen:

Auf Antrag des EFD hat der Bundesrat in Umsetzung der revidierten Bundesinformatikverordnung und der IKT-Strategie Bund 2012 - 2015 beschlossen,

  • die Führung von Grossprojekten zu stärken,
  • solche IKT-Schlüsselprojekte künftig durch eine Qualitätskontrolle begleiten zu lassen,
  • die Entwicklung solcher Projekte im strategischen Controlling des Bundesrates zu verfolgen zu lassen und
  • den Erfahrungsaustausch unter Verantwortlichen solcher Projekte zu fördern.
  • Zudem sollen Standarddienste für die ganze Bundesverwaltung künftig zentral geführt werden.

„Das ist ein Fiasko. Das darf nicht passieren», sagt Ständerat Urs Schwaller, der Präsident der Finanzdelegation, die Insieme als Oberaufsichtsbehörde des Parlaments begleitet hat.

Unbd für Jörg Gasser ist es nur ein schwacher Trost, „dass die 97 Millionen Franken nicht gänzlich verloren sind, sondern dass ein Teil der erzielten Resultate für ein Folgeprojekt verwendet werden kann.“ Ein solches wird es sicher geben, denn die Informatiksysteme der Steuerverwaltung waren vor Jahren schon veraltet. Und spätestens 2017 müsse ein neues System verfügbar sein.

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