Das betriebssichere Rechenzentrum

Schutz fürs digitale Herz

| Autor / Redakteur: Manfred Thieben / Susanne Ehneß

Die ISO DIN EN 50600 beispielsweise macht im Brandschutz andere Vorgaben an ein Rechenzentrum als die Standards des BSI oder von Uptime. Während beispielsweise das eine Zertifikat automatische Ventilschließungen von Leitungen verbietet, wird dies vom anderen ausdrücklich gefordert.

Wem dieses Know-how intern nicht zur Verfügung steht, dem ist unabhängige Unterstützung durch externe Dienstleister wie TÜV Rheinland zu empfehlen. Das Team „Data Center Services“ begleitet Betreiber auf Wunsch von der Planung des Rechenzentrums bis zur Zertifizierung –und darüber hinaus: Um bereits bestehende Rechenzentren auf ihre Ausfallsicherheit zu prüfen, führen die Experten Stresstests durch. Hierbei erfassen sie anhand eines umfangreichen Fragenkatalogs den Ist-­Zustand und erstellen eine GAP-Analyse.

Stresstest offenbart die Schwachstellen

Dies geschieht nicht nur auf dem Papier, sondern auch ganz konkret während einer Begehung. Eine Wärmebildkamera offenbart Hotspots und andere Schwachstellen. Ein häufiger Mangel: die nicht ­unterbrechungsfreie Kälteversorgung. Dabei ist diese für den fehlerlosen Server-Betrieb ebenso unverzichtbar wie eine schwankungsfreie Stromversorgung.

Auch beim Brandschutz stellen die Prüfexperten immer wieder Defizite fest. Oftmals fehlen geeignete Sicherheitsmaßnahmen für Außeneinheiten wie den Rückkühler oder rund um den Tank für das Notstromaggregat. Zäune und Schlösser sollten zum Schutz vor Sabotage selbstverständlich sein.

Der Stresstest beinhaltet zudem eine Analyse des Notfallmanagements. Dazu gehört die praktische Prüfung des Ausweichrechenzentrums, auch Co-Location genannt – also jener Ort, in dem die wichtigsten Softwareanwendungen einer Behörde gespiegelt werden, um im Katastrophenfall den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Die Qualität des Virenscanners, die Verwendung von Passwörtern und Fragen des Personalmanagements – Anzahl der Administratoren, Vertretungsregeln – gehören ebenfalls zu den überprüften Punkten.

Aus den umfassenden Ergebnissen des Stresstests leitet das Team „Data Center Services“ Empfehlungen ab und begleitet auf Wunsch die Umsetzung, um die Betriebssicherheit des Rechenzentrums zu steigern – und damit die Ausfallzeiten zu minimieren.

Der Autor: Manfred Thieben, Leiter Data Services bei TÜV Rheinland.

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 43858198 / System & Services)