Digitale Kompetenz Schulen in der Pflicht

Autor: Julia Mutzbauer

In einem vor kurzem veröffentlichten Gutachten kommt die Bundesregierung zu dem Schluss, dass die digitalen Kompetenzen der Bürger in Deutschland Lücken aufweisen. Deshalb fordert der Bitkom von Bildungseinrichtungen und Schulen, Know-how in diesem Bereich zu vermitteln.

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Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung: „Die Schulen müssen nicht nur einen selbstverständlichen Umgang mit der digitalen Welt lehren, sondern auch, wie man sich kritisch mit ihr auseinandersetzt“
Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung: „Die Schulen müssen nicht nur einen selbstverständlichen Umgang mit der digitalen Welt lehren, sondern auch, wie man sich kritisch mit ihr auseinandersetzt“
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Der Sachverständigenrat für Verbraucherfragen (SVRV) hat in seinem „Gutachten zur Lage der Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland“ festgestellt, dass es vielen Bürgern an Digitalkompetenzen fehlt und diese sozial ungleich verteilt sind. Weiterhin zeige sich, dass etwa nur die Hälfte der Nutzerinnen und Nutzer von Vergleichs- und Vermittlungsplattformen Interesse an transparenten Informationen haben und vorhandene kaum genutzt werden, so die Gutachter. Der SVRV empfiehlt, künftige Informationsverpflichtungen der Anbieter auch mit einer systematischen Aufsicht über digitale Dienstleistungen und eingesetzte Algorithmen zu verknüpfen.

Vor diesem Hintergrund spricht sich der Bitkom dafür aus, dass die Fähigkeit zur kritischen Auseinandersetzung mit Informationen und Angeboten im Netz besser vermittelt wird. Dazu erklärt Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung und Vertreterin der Wirtschaft im Sachverständigenrat: „Hier sind Schulen, Volkshochschulen oder Institutionen wie die Bundeszentrale für politische Bildung gefragt. Die Schulen müssen nicht nur einen selbstverständlichen Umgang mit der digitalen Welt lehren, sondern auch, wie man sich kritisch mit ihr auseinandersetzt. Wer Online-Informationen und -Angebote richtig einschätzen kann, kann sich in der digitalen Welt selbstbewusst bewegen.“ Zudem müsse das Regelungsdickicht auf Plattformen und Online-Seiten auf das Wesentliche konzentriert werden, ergänzt Dehmel. Dazu müssten Informationspflichten vereinfacht und gezielt ausgestaltet werden.

Hintergrund

Der Sachverständigenrat für Verbraucherfragen (SVRV) stellt in seinem Gutachten die Lage der Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland dar. Nach den Angaben der Bundesregierung werden dazu Daten verwendet, die durch qualitative Studien und repräsentative Bevölkerungsbefragungen ermittelt wurden. Das Gutachten betrachtet insgesamt die Themenfelder Wohnen, Mobilität, Ernährung, nachhaltiger Konsum, digitale Welt sowie die Verbraucherinformation. Zudem geht es auch auf die aktuellen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie ein. Bundesministerin Christine Lambrecht betonte bei der Übergabe des Gutachtens, dieses sei ein wichtiger Kompass für das weitere verbraucherpolitische Handeln. Nun werde geprüft, welche Ideen und Empfehlungen aus dem Gutachten weiter verfolgt werden – auch mit Blick auf die nächste Legislaturperiode.

Weitere Infos: Hier finden Sie die vollständige Version des „Gutachten zur Lage der Verbraucherinnen und Verbaucher".

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Redaktion, eGovernment Computing