Bedeutender Meilenstein bei der Umsetzung eines nationalen Transplantationsregisters (Tx-Register) erreicht: Vertrauensstelle nimmt ihre Arbeit auf

29.10.2019

Der deutsche Gesetzgeber hat im Juli 2016 die Einrichtung eines nationalen Transplantationsregisters beschlossen. Nun erklärte die Tx-Vertrauensstelle ihre Betriebsbereitschaft.

Der deutsche Gesetzgeber hat im Juli 2016 die Einrichtung eines nationalen Transplantationsregisters beschlossen. Dieses Register soll aus einer Transplantationsregisterstelle sowie einer Vertrauensstelle (Tx-Vertrauensstelle) bestehen. Nun erklärte die Tx-Vertrauensstelle ihre Betriebsbereitschaft. Damit ist ein wichtiger Meilenstein erreicht, um Qualität und Transparenz der transplantationsmedizinischen Versorgung in der Bundesrepublik zu erhöhen.

In Deutschland ist die Erhebung transplantationsmedizinischer Daten dezentral organisiert. Die Daten werden von verschiedenen Akteuren zu verschiedenen Zeitpunkten nach unterschiedlichen Vorgaben erhoben. Mit dem Tx-Register werden erstmals Daten von verstorbenen Organspendern, lebenden Organspendern und Organempfängern bundesweit zentral zusammengefasst und miteinander verknüpft. Die komplexe Struktur des Registers, das sich aus einer selbstständigen Transplantationsregisterstelle sowie einer unabhängigen Vertrauensstelle (Tx-Vertrauensstelle) zusammensetzt, ist auch auf die strengen Datenschutzbestimmungen zurückzuführen.

Die Transplantationsregisterstelle erhält als zentrale Stelle transplantationsmedizinische Daten von verschiedenen Datenlieferanten wie dem Gemeinsamen Bundesausschuss (über das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen), der Deutschen Stiftung Organtransplantation oder der europäischen Vermittlungsorganisation Eurotransplant. Diese Daten durchlaufen auf dem Weg zum Register die Tx-Vertrauensstelle. Diese Vertrauensstelle dient als Ort der Anonymisierung für Altdaten bzw. der Pseudonymisierung für Neudaten. Im Anschluss an die Anonymisierung bzw. Pseudonymisierung werden die Daten automatisiert in die Registerdatenbank eingespeist.

Die Tx-Vertrauensstelle wird von einem Berliner Mittelstandsunternehmen aus der IT-Branche, der Schütze AG, aufgebaut. Die Schütze AG realisiert vornehmlich IT-Projekte in der öffentlichen Verwaltung und verantwortet bereits die Entwicklung und Betreuung mehrerer Vertrauensstellen im Gesundheitswesen.

Der Aufbau des Transplantationsregisters ist in mehrere Projektstufen eingeteilt. Die erste Stufe „Zusammenführung der Altdaten" hatte zum Ziel, den Datenempfängern die Altdaten möglichst frühzeitig zur Verfügung zu stellen. Als Altdaten werden die Daten bezeichnet, die im Zeitraum vom 01.01.2006 bis 31.12.2016 bei den Einrichtungen erhoben wurden und vom Tx-Register in anonymisierter Form genutzt werden sollen.

Auch die zweite Projektstufe „Neudaten" ist nun weitestgehend abgeschlossen. Um personenbeziehbare Daten zu schützen, setzen die Datenlieferanten ein von der Schütze AG zur Verfügung gestelltes Softwaremodul ein. Damit werden die personenbeziehbaren Daten durch Pseudonyme ersetzt. Die Pseudonyme und die transplantationsmedizinischen Daten werden anschließend in der Vertrauensstelle verschlüsselt. Nach der Entschlüsselung der Lieferdateien kann die Vertrauensstelle die Daten aller Datenlieferanten anhand der Pseudonyme zusammenzuführen. Die zusammengeführten Daten werden schließlich validiert, anonymisiert und erneut verschlüsselt, bevor diese dem Tx-Register zur Verfügung gestellt werden. Es ist beabsichtigt, noch im Jahr 2019 die volle Funktionalität der Vertrauensstelle in Betrieb zu nehmen.

Mehr Information finden sich auf der Webseite www.tx-vst.de. Weiterführende Fragen können Sie gerne an folgende E-Mailadresse senden: txvst@schuetze.ag.