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Pilotprojekt in Hessen Schüler lernen online im virtuellen Klassenzimmer

Redakteur: Gerald Viola

Hessen und T-Systems starten ein Projekt im Bereich elektronische Bildung: An rund 100 Schulen wird ein neuartiges elektronisches Lehr- und Lernangebot erprobt. Das Onlinesystem trägt den Namen „Edunex“, – „Education Next Generation“. Schülern und Lehrern soll es am Computer und online gestützt eine völlig neue und individuellen Form des Unterrichts ermöglichen.

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Edunex in Hessen
Edunex in Hessen
( Foto: T-Systems )

Via „Edunex“ greifen Schüler mit PC oder Laptop auf den Unterrichtsstoff zu. Gleichzeitig nutzen Lehrer die multimediale Lernplattform, um Aufgaben zu stellen und später zu benoten. Den gesamten Lernprozess können die Lehrer mithilfe des Systems auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten einzelner Schüler und Gruppen abzustimmen. Sei es durch Gruppen- oder Partnerarbeit oder durch Projektarbeit im Klassenverband. Dies soll besonders förderbedürftigen Kindern zugute kommen –zum Beispiel Schülern mit Migrationshintergrund – und für mehr Chancengleichheit in den Klassen sorgen. Insgesamt fördert die multimediale Lehr- und Lernplattform die Schüler dabei, ihr Lernen ein Stück mehr selbst zu steuern und zu organisieren.

Virtuelles Klassenzimmer

Darüber hinaus entlastet „Edunex“ Lehrkräfte bei der Unterrichtsvor- und -nachbereitung sowie bei der Unterrichtsdurchführung. Das System erstellt interaktiv Lernpläne, es hilft beim Organisieren von Kurse und Klassen und vernetzt die Kommunikation von Lehrern und Schülern über eMail, Chat-Räume, Foren und virtuelle Klassenzimmer. Dazu müssen die Schüler nicht in der Schule sein. Sie können sich im Bedarfsfall auch von daheim einwählen. Ein Vorteil für erkrankte Schüler. Sie verlieren nicht den Anschluss. Oder Schüler von Sportförderschulen: Sie nutzen die Zeit zwischen den Trainingseinheiten und machen ihre Hausaufgaben remote über den Notebook. Einzige Voraussetzung ist ein breitbandiger Internetanschluss. Die Multimedia-Bildungsinhalte für das Projekt stellen die Schulbuchverlage Klett und Cornelsen bereit.

Bildungsoffensive als PPP-Projekt

Hessen und T-Systems starten das Projekt im Rahmen einer sogenannten Public Private Partnership (PPP). Während das Land Finanzmittel beisteuert, kommen von T-Systems Hard- und Software sowie Serviceleistungen: T-Systems betreibt und entwickelt Edunex zentral im eigenen Rechenzentrum. Zudem stellt die Telekom-Tochter 300 Notebooks für die Lehrer Hessens zur Verfügung und bietet Schulungen an. Die multimedial aufbereiteten Lerninhalte spielt die Telekom-Tochter in das System ein, legt Klassen an und regelt über ein individuelles Berechtigungskonzept den Zugriff auf die personalisierten Bereiche der Plattform. Durch den zentralen Betrieb im Rechenzentrum müssen die Schulen keine zusätzliche Hardware anschaffen oder technisches Know-how aufbauen. Nach einer einführenden Schulung können sich die Lehrer ganz auf die Vermittlung von Lerninhaltenden Unterricht konzentrieren.

Edunex-Pilotprojekt in T-City

Seit vergangenem Jahr ist „Edunex“ auch in der T-City-Stadt Friedrichshafen am Start. Als erste Schule am Bodensee nutzt die Grund-, Haupt- sowie Werkrealschule Pestalozzi die multimedial aufbereiteten Lerninhalte der elektronischen Bildungslösung im Unterricht.

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