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Sachsen-Anhalt

Schritt für Schritt zum Ziel

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Einbindung in das Gesamtkonzept

Was in der Sprache des Dokuments ein wenig gestelzt bürokratisch klingt, ist jedoch gut überlegt und von langer Hand vorbereitet. Denn schon der Beschluss der Landesregierung vom 14. November 2006 leitete eine Neuausrichtung der IT-Organisation der Landesverwaltung mit dem Ziel der ressortübergreifenden Konsolidierung der IT-Infrastruktur und die Bündelung der IT-Kompetenzen ein. Bereits durch diesen Beschluss wurde der Staatskanzlei die Aufgabe „IT-Strategie für die Landesverwaltung“ zugeordnet und die Landesleitstelle IT-Strategie (LIS) eingerichtet. Als weitere Aufgaben wurden der Staatskanzlei neben anderem Grundsatzangelegenheiten, die Vorgabe und Koordinierung des IT-Einsatzes in der Landesverwaltung und für das IT-Controlling zugewiesen.

Die IT-Strategie baut zudem auf dem IT-Leitbild auf, das bereits im März 2000 von der Landesregierung verabschiedet wurde, und nimmt Anforderungen aus dem eGovernment-Aktionsplan der Landesregierung vom August 2004 auf. So soll nicht nur ein wirtschaftlicher Einsatz der vorhandenen Mittel sichergestellt, sondern auch garantiert werden, dass die notwendigen ressortübergreifende Maßnahmen zur Umsetzung der im Aktionsplan definierten Vorhaben initiiert werden.

Die ressortübergreifende IT-Organisation sei seitdem auch darauf ausgerichtet, Einzelplanungen strikt an den an den strategischen Gesamtzielen der Landesregierung zu messen und ein optimiertes Kosten-Nutzen-Verhältnis in der Umsetzung sicherzustellen, heißt es dazu in der IT-Strategie Sachsen-Anhalts.

Darüber hinaus definiert die IT-Strategie die IT-Architektur des Landes. Diese Vorgaben sind als Leitlinie für alle an der Planung und dem Betrieb von IT-Systemen und IT-Infrastrukturen Beteiligten bindend vorgeben. In der IT-Strategie heißt es dazu: „Ziel der Landesverwaltung ist es, durch den Aufbau einer diensteorientierten IT-Architektur eine offene, skalierbare und sichere Basis für die Unterstützung der Prozesse der Landesverwaltung durch IT zu schaffen. Auf der Basis der Vorgabe einer einheitlichen IT-Architektur wird der zentrale IT-Dienstleister den Ressorts die benötigten Infrastrukturdienste zur Verfügung stellen.“

In diesem Zusammenhang soll auch die Kommunikationsinfrastruktur des Landes zu einem Next Generation Network der integrierten Sprach- und Datenkommunikation ausgebaut werden. Dadurch soll es möglich werden, zentralisierte Mehrwertdienste und Anwendungen standardisiert und in der erforderlichen Servicequalität kostengünstig zur Verfügung stellen zu können.

Um die angestrebte Prozessintegration zu ermöglichen, sieht die IT-Strategie zudem die Festlegung und Anwendung einheitlicher IT-Standards innerhalb der Landesverwaltung vor. Dies sei von fundamentaler Bedeutung für einen zukunftssicheren, wirtschaftlichen IT-Einsatz und den Aufbau der ressortübergreifenden IT-Infrastruktur, heißt es dazu in der Strategie. Auch die Kostenvorteile einer einheitlichen IT haben die Verfasser im Auge: „Durch höchstmögliche Vereinheitlichung der Arbeitsplatzausstattung werden Kostenvorteile bei der Beschaffung und im Betrieb erschlossen. Die zentrale Beschaffung von Standard-Hardware hat sich bewährt, sie wird künftig über den zentralen IT-Dienstleister abgewickelt und ausgebaut. Eine einheitliche Hardwarearchitektur für die Landesverwaltung gewährleistet, dass die ausgewiesenen Softwarestandards umgesetzt und die Querschnitts- und Fachanwendungen effizient betrieben werden können.“

In diesem Zusammenhang will das Sachsen-Anhalt auch den Einsatz von offenen Standards und Open-Source-Produkten weiter vorantreiben. Zudem sollen auch die innerhalb der Verwaltung verwendeten Datenformate im Sinne eines ungehinderten Informationsflusses standardisiert werden. Und bei der Einführung neuer IT-Verfahren soll die Verwendung von Standardsoftware, existierenden Lösungen oder die Beteiligung an Entwicklerverbünden generell Vorrang vor kostenintensiven Eigenentwicklungen haben.

Strategische Zielvorstellung für den IT-Service in der Landesverwaltung ist die zentrale Bereitstellung kundenorientierter, effizienter und marktüblicher IT-Dienstleistungen. Die Beziehung zwischen den Ressorts und dem zentralen IT-Dienstleister soll daher verbindlich hinsichtlich Leistungsanspruch, Leistungserbringung und Kosten geregelt werden. Auf dieser Basis sollen auch Vergleiche mit am Markt angebotenen IT-Dienstleistungen möglich werden. Zur Verbesserung der Effektivität und Wirtschaftlichkeit wird mittel- bis langfristig die weitgehende Konzentration von IT-Betriebs- und IT-Serviceleistungen für die Landesverwaltung angestrebt. Dieser Konzentrationsprozess soll schrittweise mit dem Aufbau des zentralen IT-Dienstleisters erfolgen.

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