Breitbandversorgung

Schleswig-Holstein will mit ‘negativen Preisen’ Mobilfunk-Ausbau forcieren

| Autor / Redakteur: dpa-afxp / Manfred Klein

Negative Preise sollen TK-Providern den ländlichen Raum schmackhaft machen
Negative Preise sollen TK-Providern den ländlichen Raum schmackhaft machen (© Kara – stock.adobe.com)

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) will mit einer neuen Auktionsform den Mobilfunk-Ausbau auf dem Land beschleunigen. Bislang würden Konzerne zunächst “die lukrativen Regionen ausbauen und in ländlichen Regionen passiert wenig”, sagte Buchholz der Deutschen Presse-Agentur.

Auf der Wirtschaftsministerkonferenz von Donnerstag an in Bremerhaven werde er eine neue Auktionsform für Versteigerungen von Mobilfunk-Lizenzen vorschlagen. Darüber berichtete heute auch das „Flensburger Tageblatt“.

Buchholz schlägt seinen Kollegen negative Auktionen vor. Deutschland müsse dazu in Regionen eingeteilt werden, sagte Buchholz. Zuerst sollen jene Bereiche versteigert werden, wo der Netzaufbau unwirtschaftlich ist. „Da wird es quasi negative Preise geben. Die Anbieter werden sagen, wie viel Geld sie für einen Ausbau dort benötigen.“ Diese Förderungen würden später verrechnet mit den Erlösen für den Netzaufbau in wirtschaftlich lukrativen Regionen.

Mitte Juni war die längste Frequenzauktion in Deutschland nach mehr als zwölf Wochen zu Ende gegangen – die Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und Drillisch müssen insgesamt rund 6,6 Milliarden Euro für 5G-Netze zahlen.

Buchholz geht davon aus, dass seine Ressortkollegen nach den Erfahrungen beim schleppenden Ausbau des LTE-Netzes den Vorschlag aus Kiel prüfen werden. „Nach den UMTS- und 5G-Versteigerungen haben wir allen Anlass darüber nachzudenken, zukünftig vielleicht eine andere Form der Vergabe vorzunehmen.“

Außerdem schlägt Schleswig-Holstein vor, einen Teil der 5G-Erlöse in den Glasfaserausbau zu investieren. „Damit könnten wir die Förderquote erhöhen, damit wir bei gestiegenen Tiefbaupreisen auch in ländlichen Regionen mehr Mittel haben“, sagte Buchholz.

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