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Schleswig-Holstein und Hamburg gehen gemeinsame Wege

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Standards verhindern Medienbrüche

Denn das Zusammenführen von Daten und Technik wird schon aus Kostengründen Schule machen. So haben Schleswig-Holstein und Hamburg zum Beispiel bereits seit mehreren Jahren diverse eGovernment-Komponenten im Einsatz, um die Ziele der eGovernment-Strategien der Länder und die gesetzlichen Anforderungen (etwa aus dem Melderecht) zu erfüllen. Teilweise werden sogar die gleichen Komponenten eingesetzt. Also wurde letztlich zweimal Geld für die gleiche Sache ausgeben, statt eine gemeinsame Struktur aufzubauen.

Damit sollte Schluss sein. Bei der Analyse in den beiden Ländern, die im Vorfeld vorgenommen wurde, stellte sich heraus, dass viele technische Komponenten für mehr als ein Projekt genutzt werden können. So zum Beispiel für die Umsetzung der Dienstleistungsrichtlinie der Europäischen Union, für zentrale Registerauskünfte, für die Clearingstelle für Meldedatenaustausch oder das Projekt D115.

Mithilfe gemeinsamer Standards sollte die Zusammenarbeit vereinfacht, ohne Medienbrüche ermöglicht und grundsätzlich verbessert werden. Als Basis für die weitere Kooperation wurde festgelegt, dass alle Komponenten in den Rechenzentren des gemeinsamen IT-Dienstleister Dataport auf gemeinsam genutzter Hardware betrieben werden. Jede Komponente wird generell nicht doppelt, also für jedes Land getrennt, sondern nur einmal in der gemeinsamen Verantwortung beider Länder betrieben.

Ziel dieses Konzeptes ist es, die bestehende Infrastruktur zu einer universell nutzbaren umfassenden eGovernment-Infrastruktur auszubauen, deren zentrale Funktionalitäten sowohl für die Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie als auch für alle weiteren eGovernment-Anwendungen genutzt werden können. In der Konzeptionsphase sind die Anforderungen an eine solche Infrastruktur erhoben und nach klar definierten Kriterien, den sogenannten Funktionsblöcken, gegliedert worden: Statt dass der Nutzer aus der Verwaltung immer wieder neu in zahlreiche Fachverfahren eintragen werden muss, soll es eine zentrale Arbeitsplattform geben. Dafür muss eine sichere Identitäts- und Zugangsverwaltung gewährleistet sein, damit nachvollziehbar ist, welche Verfahren er nutzen und auf welche Daten er zugreifen darf. Da hier mit personenbezogenen Daten umgegangen wird, sind höchste Sicherheitsansprüche beim Datenaustausch und bei der Verschlüsselung zu gewährleisten.

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