Digitalisierung in Europa

Scannen als Schritt zum Bürokratieabbau

| Autor / Redakteur: Sabine Holocher / Susanne Ehneß

Europäische Initiativen zur Digitalisierung sollen Bürokratie abbauen und Kosten senken
Europäische Initiativen zur Digitalisierung sollen Bürokratie abbauen und Kosten senken (Bild: Pixabay)

Papierlose Verwaltungen in ganz Europa? Auch wenn hier wohl sprichwörtlich der Wunsch der Vater des Gedanken ist, ist doch ein wahrer Kern enthalten. Papier ist sicher nicht unverzichtbar, aber es zeichnet sich zumindest ein deutlicher Trend hin zum papierarmen Arbeiten ab.

Es gibt immer mehr übergreifende Initiativen, die mit elektronischen Geschäftsprozessen Bürokratie abbauen wollen. Am Beginn solcher Maßnahmen stehen Dokumentenscanner, die papierbasierte in digitale Informationen umwandeln und nachgelagerten Anwendungen zur Verfügung stellen. Dass die Arbeit auf Papier bald nicht mehr wirtschaftlich sein wird, ist ein offenes Geheimnis.

Doch nicht nur Kostenvorteile sind mit der Digitalisierung verbunden: Unternehmen können mithilfe von Zugangsberechtigungen oder -sperren genau regeln, welcher Mitarbeiter auf welche digitalen Daten zugreifen darf. Zudem lässt sich verfolgen, was genau mit diesen Daten im Unternehmensnetzwerk geschieht – wie sie verändert werden, wo diese gespeichert oder auch hingeschickt werden.

Elektronische Daten sind jedoch nicht nur Unternehmenssache, auch Öffentliche Verwaltungen in vielen Ländern haben sich das Thema längst auf die Fahnen geschrieben. Bevor aber alle Prozesse elektronisch ablaufen, müssen die vorhandenen Daten erst einmal in digitaler Form bereitstehen. Den Grundstein dafür legen passende Erfassungslösungen wie Dokumentenscanner. Hierzulande wurde eine Vielzahl von Initiativen ins Leben gerufen, um Prozesse mithilfe elektronischer Dokumente effizienter zu gestalten.

Initiativen

Das Programm „Digitale Verwaltung 2020“ zielt beispielsweise darauf ab, den Wechsel von der Papierakte zur elektronischen Akte (eAkte) innerhalb der Bundesverwaltung voranzutreiben. Der Plan sieht vor, die internen Prozesse der Bundesverwaltung durchgehend zu digitalisieren, zu vernetzen und medienbruchfrei zu gestalten. Ab dem Jahr 2020 sollen zudem persönliche Behördengänge weitgehend entbehrlich sein und Bürger ganz bequem von zu Hause aus ihre Amtsgeschäfte erledigen können.

Darüber hinaus hat die Bundesregierung die „Digitale Agenda“ verabschiedet. Damit sollen der Netzausbau, die Cybersicherheit und die Förderung der digitalen Wirtschaft als zentrale Themen des digitalen Wandels in Deutschland vorangetrieben werden. Die Digitale Agenda bestimmt, wie die gezielte Weiterentwicklung der Digitalisierung in den kommenden Jahren erfolgen soll.

Digitalisierung in Europa

Wirft man einen Blick in europäische Nachbarländer, wird schnell klar: Auch hier schreitet die Digitalisierung rasch voran. In Polen haben einige der papierlosen Maßnahmen das Gesundheitswesen im Visier. So soll hier bis 2017 die gesamte medizinische Dokumentation digitalisiert werden. Zudem sind alle medizinischen Einrichtungen landesweit dazu aufgerufen, elektronische Systeme zur medizinischen Dokumentation anzuschaffen und zu implementieren.

Auch die Öffentliche Verwaltung Frankreichs beschäftigt sich intensiv mit dem Thema. Hierfür wurde die Initiative „France Numérique 2012“ ins Leben gerufen. Diese ist ähnlich wie das Programm „Digitale Verwaltung 2020“ in Deutschland aufgebaut.

Ergänzendes zum Thema
 
England: Surrey County Council

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