Suchen

Eierlegende Wollmilch-SOA SAP forscht an Prozessunterstützung für Bürgermeldungen aller Art

Autor / Redakteur: Dr. Ulrike Greiner, Dr. Ulrike Brecht, Dr. Manfred Ostertag / Gerald Viola

Welche Rolle eine serviceorientierte Architektur in der Öffentlichen Verwaltung spielen könnte, veranschaulicht ein Forschungsprojekt der SAP. Ziel: Ein einheitliches Portal für Bürgermeldungen und –beschwerden aller Art – mit vollautomatisierten Prozessen im Backoffice. Erste Interessenten an einem Feldversuch stehen schon bereit.

Firmen zum Thema

Über ein Online-Formular können Bürger Schadensmeldungen mit entsprechender Ortsbestimmung abgeben. Auch digitale Fotos lassen sich bei Bedarf hochladen (Quelle: SAP)
Über ein Online-Formular können Bürger Schadensmeldungen mit entsprechender Ortsbestimmung abgeben. Auch digitale Fotos lassen sich bei Bedarf hochladen (Quelle: SAP)
( Archiv: Vogel Business Media )

Fachverfahren mit wenigen Arbeitsschritten in IT-Systemen abbilden, gleichzeitig die eigene Verwaltung entlasten, die Produktivität sowie die Kunden-, sprich Bürgerzufriedenheit, erhöhen und mehr Transparenz schaffen. Was klingt wie die Quadratur des Kreises, lässt sich in Zukunft vielleicht doch realisieren. In einem aktuellen Forschungsprojekt zeigt die SAP anschaulich, wie über ein öffentliches Internetportal Bürger Meldungen unterschiedlicher Art komplett digitalisiert vornehmen können und die Verwaltung die notwendigen Prozesse im Backoffice sogar in einer heterogenen Systemlandschaft vollautomatisiert abwickeln kann.

In einem ersten Schritt haben die SAP-Forscher dies am Beispiel von Bürgerbeschwerden ausgearbeitet, beispielsweise wenn Bürger Schäden an Spielplätzen, Straßen oder in Parks melden wollen. Der daraus resultierende Fachprozess von der Beschwerdeannahme über die Prüfung des Sachverhalts bis zur Behebung des Schadens stützt sich auf sogenannte Enterprise Services. Auf Basis der Technologieplattform SAP NetWeaver wird das Prozessmodellierungswerkzeug SAP NetWeaver Business Process Management eingesetzt, um die unterschiedlichen Softwarekomponenten und Enterprise Services zu einem ausführbaren Prozess zu verbinden. In diesem Fall wird beispielsweise das Online-Portal mit der Fallbearbeitungssoftware – einem CRM-System – sowie den Backend-Prozessen in SAP ERP verknüpft. Bei Bedarf können auch externe Dienstleister in das System integriert werden.

Eine Portallösung für Bürgermeldungen aller Art muss Sachverhalte unterschiedlichster Art, also eine große Vielfalt an ganz verschiedenen Fachverfahren abdecken. Damit der Aufwand für deren Erstellung im Rahmen bleibt, nutzt das SAP-Projekt ein Prozessmodellierungswerkzeug, das fester Bestandteil von SAP NetWeaver ist. Mit diesem Werkzeug lassen sich Fachprozesse modellieren und ähnlich einem Baukastensystem aus bestehenden Enterprise Services zusammensetzen, ohne dass eine Zeile Code geschrieben werden muss. Der verantwortliche IT-Experte bedient sich einfach des Enterprise Services Repository, das eine hohe Zahl einzelner Enterprise Services vorhält, die nach Bedarf kombiniert werden können. Anhand eines konkreten Beispiels lässt sich die Vorgehensweise gut nachvollziehen.

Wippe defekt – der Prozess wird angestoßen

Die Szene ist alltäglich. Eine Familie besucht einen Spielplatz, und die Eltern stellen fest, dass eine Wippe nicht mehr fest im Boden verankert ist. Mit dem Fotohandy fotografieren sie den Defekt, daheim besuchen sie das Online-Portal ihrer Stadt. Dort rufen sie die Beschwerdeseite im Internetportal ihrer Kommune auf, wo sie den Schaden beschreiben, das Foto als Anhang hochladen, auf einem Stadtplan die geografische Lage markieren und in einigen Drop-Down-Feldern noch nähere Angaben machen zu Art und Dringlichkeit des Problems.

Nächste Seite: Die Meldung und die automatisierte Abwicklung

(ID:2040963)