Druck zur Verwaltungsmodernisierung wächst

SAP fokussiert sich stärker auf eGovernment

| Redakteur: Susanne Ehneß

SAP will die Umsätze mit der Öffentlichen Hand und dem Gesundheitswesen steigern
SAP will die Umsätze mit der Öffentlichen Hand und dem Gesundheitswesen steigern (Bild: Susanne Ehneß)

Vor gut einem Jahr hat SAP die Themen „eHealth“ und „Public Sector“ als strategische Pfeiler erkannt und in der Geschäftsleitung verankert. Guido Schlief, Senior Vice President und Leiter des eHealth- und Public-Sector-Bereichs, zeigt sich mit den vergangenen zwölf Monaten sehr zufrieden.

Die Öffentliche Verwaltung ist für SAP ein wichtiger Kunde. So wichtig, dass vor einem Jahr ein eigener Geschäftsbereich namens „Public Services & Healthcare“ geschaffen wurde. Guido Schlief, der bereits seit 16 Jahren in Walldorf tätig ist und zuvor den Consulting-Bereich führte, übernahm die Leitung des neuen Sektors.

Guido Schlief, Senior Vice President und Mitglied der Geschäftsleitung bei SAP
Guido Schlief, Senior Vice President und Mitglied der Geschäftsleitung bei SAP (Bild: Susanne Ehneß)

Für ihn war dieser Schritt ein logischer: „70 Prozent der Kommunen mit über 100.000 Einwohnern sind SAP-Kunden“, erklärt Schlief. Kein Wunder also, dass SAP die Öffentliche Hand als laut Schlief „strategische Industrie“ erkannte und in der Geschäftsleitung verankerte.

Schliefs Aufgabe ist es nun seit einem Jahr, die SAP-Software bei Kunden im Public Sector zu platzieren. Aber auch Business Development und Channel Management zählt er zu seinen Kernaufgaben. Mittlerweile sei SAP „in allen Segmenten gut vertreten“, und der Public Sector habe sich als „sehr wichtiges Standbein“ bestätigt.

Platz nach oben

Diese Strategie wird ausgebaut. „Wir möchten unsere Umsätze besonders in ausgewählten Branchen wie dem Bankensektor, dem Einzelhandel, der Öffentlichen Verwaltung und dem Gesundheitswesen steigern“, heißt es dazu im Bericht des Geschäftsjahres 2013, der am 21. März 2014 veröffentlicht wurde. Die Umsatzerlöse von SAP im Öffentlichen Sektor beliefen sich im vergangenen Jahr auf rund 1,69 Milliarden Euro. Damit liegt die Öffentliche Hand an vorletzter Stelle bei den Branchenumsätzen – oder positiv formuliert: Es ist Platz nach oben.

Guido Schlief, der auch Mitglied der Geschäftsleitung ist, erkennt ebenfalls „Raum für Beschleunigung“ und damit Potenzial für SAP. Er ist überzeugt, dass die Öffentliche Verwaltung zunehmend wichtiger für SAP wird. „Der Druck zur Modernisierung steigt“, erklärt der Public-Sector-Chef. Dabei sei das eGovernment-Gesetz jedoch nur eine treibende Kraft unter vielen. Auch die demografische Entwicklung, die Haushaltslage, die Digitalisierung sowie der Anspruch potenzieller Mitarbeiter an die Verwaltung als Arbeitgeber übten Druck aus.

Die derzeit verwendete IT im Public Sector liege „mindestens zehn Jahre hinter der Industrie“, eine Modernisierung sei daher dringend nötig. SAP habe als „deutscher Anbieter mit höchsten Datenschutzrichtlinien“ dabei gute Chancen, sich als IT-Partner durchzusetzen.

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