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SOA-Philosophie macht Verwaltungsanwendungen wiederverwertbar

Sanfter Wandel für mehr Effizienz

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Taktik als Strategie

Wie das Beispiel BSH zeigt, basiert die optimale Herangehensweise an eine SOA nicht zwingend auf der Analyse der kompletten Verwaltungsprozesse, sondern auf der Definition einfacher Szenarien wie der Antragsinitiierung über das Internet. Dieser Ansatz ist punktuell durchdacht und weniger strategisch als vielmehr taktisch zu verstehen. Der große Pluspunkt neben klaren Kosteneinsparungen: Eine Behörde, die taktisch agiert, kann gleichzeitig vermeiden, technische Lösungen mit zweifelhafter Reife einzusetzen, da nur bewährte Produkte zum Zuge kommen. Zudem erlaubt die Bereitstellung über Services die unkomplizierte Integration mit bestehenden Systemen wie Datenbankanwendungen und sorgt deshalb von Anfang an für reibungslose Abläufe.

Dieser sowohl finanz- als auch nervenschonende Ansatz gliedert sich in fünf Einzelschritte.

1. Projektdefinition

Der erste Schritt einer solchen taktischen IT-Umstellung liegt in der Definition des Projekts. Zum Einstieg in eine SOA sollte eine Behörde einen Prozess identifizieren, der in einem ersten Projekt in der neuen Architektur realisiert wird. Das Projekt, also die Implementierung des Services, muss unbedingt einen praktischen Nutzen erfüllen. Denn neben ihrer fachlichen Bedeutung hat der Erfolg einer neuen Implementierung vor allem einen starken Einfluss auf die Akzeptanz bei Nutzern und Administratoren gleichermaßen. Stößt das Pilotprojekt auf breite Zustimmung, dann ist ein wichtiger Grundstein für weitere Implementierungsprojekte gelegt. Außerdem fungiert die erste serviceorientierte Modifizierung zugleich als erste Stufe der SOA. Es empfiehlt sich, mit einem kleinen und überschaubaren Service zu beginnen, der genutzt werden soll. Services zeichnet sich dadurch aus, dass sie nur einmal realisiert werden müssen, um anschließend von mehreren Anwendungen der Organisation gleichzeitig genutzt werden zu können. Grundsätzlich sollte die Planung erster SOA-Module auf den Einsatz weniger Ressourcen und auf eine kurze Laufzeit zielen, da sich nur so die Risiken komplexer Projekte vermeiden lassen.

2. Wahl der Technologie

Der KBSt-Leitfaden „IT-Architekturkonzept für die Bundesverwaltung“ besagt, dass die Bausteine der IT-Gesamtarchitektur bei der Entwicklung neuer IT-Systeme zukünftig eine wichtige Rolle spielen werden, „da bereits vorhandene Komponenten und Dienste der Bundesverwaltung möglichst wiederverwendet werden sollen“. Auch die oberste SOA-Maxime lautet: Vorhandenes nutzen. Die Entwicklungsumgebung, Web Services oder auch Application-Server müssen in die Planung eines neuen Service eingebunden werden. Am Anfang ist es zudem sinnvoll, mit einer SOA ohne Orchestrierung und ohne Enterprise Service Bus (ESB) zu beginnen und vielmehr auf die Möglichkeiten der bereits bestehenden Infrastrukturkomponenten zu setzen. Gerade kleinere und mittlere Behörden können besser in gute Architekten als in neue Technologien investieren.

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