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SOA-Philosophie macht Verwaltungsanwendungen wiederverwertbar

Sanfter Wandel für mehr Effizienz

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Evolution statt Urknall

Eine serviceorientierte Architektur ist keine Technik, die innerhalb weniger Tage aufgesetzt werden muss, sondern vielmehr eine Idee, die ein schrittweises Vorgehen erlaubt. Kurz gesagt bildet das Konzept der SOA ein breit angelegtes Rahmenwerk, in dem sich Software Services erstellen, verwalten und kombinieren lassen. Und manchmal ist es durchaus sinnvoll, dieses Rahmenwerk sukzessive auszubauen. Der Nutzwert einer SOA hängt in erster Linie davon ab, ob die Einführung richtig durchdacht, geplant und umgesetzt wird. In diesem Kontext bringen die evolutionäre Einführung einer serviceorientierten Architektur und die sukzessive, SOA-basierende Einbindung einzelner Dienste und Anwendungen sogar zahlreiche Vorteile mit sich. Denn ein behutsamer Wechsel verringert die Gefahr, dass bewährte Systeme ausgemustert, Vorhandenes nicht mehr integriert und auch die Gewohnheiten der Nutzer nicht genügend berücksichtigt werden – ganz zu schweigen von den deutlich kostenfreundlicheren Rahmenbedingungen bei einer schrittweisen Veränderung der IT-Strukturen. Zudem würde das Tagesgeschäft in den Verwaltungseinrichtungen eine schlagartige Umstellung der kompletten IT-Landschaft gar nicht erlauben, ohne dass Kernaufgaben drastisch vernachlässigt und zentrale Ressourcen überlastet werden würden.

BSH-Ansatz macht Schule

Ein anschauliches Beispiel für eine sanfte Umstellung, die auf der Idee der SOA beruht, liefert das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH): Das BSH hat im Rahmen der BundOnline-Kampagne große Teile seines Angebots, darunter unterschiedlichste Antragsverfahren, online verfügbar gemacht. Zum Servicespektrum des maritimen Dienstleisters gehören unter anderem Dienste für die Seeschifffahrt wie Schiffsvermessung, Internationales Seeschifffahrtsregister, Erteilung und Registrierung von Zeugnissen für Seeleute, die Prüfung und Zulassung von Navigations- und Funkausrüstungen oder auch die Genehmigung von Windenergieanlagen. Im Rahmen von BundOnline 2005 hat sich auch das BSH verpflichtet, seine internetfähigen Dienste online bereitzustellen, damit Bürger und Wirtschaft schneller, kostengünstiger und ohne die übliche Papierflut die Dienstleistungen des BSH in Anspruch nehmen können.

Hierzu hat das Schifffahrtsamt mit externen Beratern zunächst Fachkonzepte für die neuen Online-Antragsverfahren entwickelt und die dazu nötigen Prozesse definiert. Evodion zeichnete anschließend als IT-Dienstleister für die Umsetzung, die Programmierung des Antragsmanagementsystems (AMS) und für die Einbindung dreier BundOnline-Basiskomponenten verantwortlich. Innerhalb weniger Monate wurde eine Backoffice-Applikation, in die die Komponenten aus dem BundOnline-Umfeld einzubinden waren, entwickelt. Das zentrale Ziel bestand darin, die Antragsverfahren möglichst vollständig von der Antragstellung bis zum Bescheid elektronisch abzubilden und so die Effizienz der Bearbeitung zu erhöhen. Das AMS kommuniziert über Web-Service-Schnittstellen mit dem BSH Informationssystem Schiffe (BISS) und auch mit weiteren Registern. So ist gewährleistet, dass alle relevanten Daten nach Bescheiderstellung in die vorgeschriebenen Register überführt und die Anwendung optimal integriert werden können. Der SOA-basierende Umbau der BSH-Strukturen wurde den Prinzipien der Wiederverwertbarkeit voll und ganz gerecht. Mit seinem Online-Antragsprojekt hat das BSH sogar eine Vorreiterrolle eingenommen, da im Online-Antragsmanagementsystem alle drei der zentral entwickelten BundOnline-Basiskomponenten enthalten sind: Formularserver und Formularmanagementsystem, Datensicherheit und Virtuelle Poststelle sowie die Zahlungsverkehrsplattform.

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