Öffentlicher Nahverkehr Sachsen vereinfacht landesweit Kauf von Bus- und Bahntickets per App

Von dpa

Für viele Nutzer von Bussen und Bahnen ist das Handy zum Fahrscheinautomaten in der Hosentasche geworden. Doch bei Fahrten über die Grenzen der Verkehrsverbünde hinweg stießen die Apps bisher an Grenzen. Nun gibt es Abhilfe.

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In Sachsen können die Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs ihre Fahrscheine auch bei längeren Fahren per App erhalten
In Sachsen können die Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs ihre Fahrscheine auch bei längeren Fahren per App erhalten
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Nutzer von Bussen und Bahnen erhalten in Sachsen ihre Fahrscheine per App nun auch für längere Fahrten aus einer Hand. Damit werde der Zugang zu Angeboten des öffentlichen Nahverkehrs einfacher, sagte Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) am Donnerstag bei der Vorstellung des Projekts „Sachsen mobil“. Der Freistaat sei hier Vorreiter in Deutschland. Ziel sei es, das System künftig bundesweit zu etablieren, sagte Mathias Korda vom Verkehrsverbund Mittelsachsen. Dann wäre es möglich, unkompliziert einen Fahrschein etwa von Hamburg bis zu einer Bushaltestelle im Elbsandsteingebirge zu buchen.

Bisher gab es per Internet oder App zwar Fahrplanauskünfte für Reisen über die Grenzen der fünf sächsischen Verkehrsverbünde hinweg, der Kauf eines Fahrscheins hierfür war jedoch kompliziert. Abhilfe bringt ein vom Fraunhofer Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme in Dresden entwickelter Tarifrechner. So können über die Apps „Handy Ticket Deutschland“ und „MOOVME“ Fahrscheine für verbundübergreifende Fahrten – etwa für Ausflüge – gekauft werden. Dabei werde jeweils der beste Preis errechnet und angeboten, ohne dass sich der Fahrgast in die jeweiligen Tarifsysteme der Verbünde einarbeiten müsse, hieß es. Dulig sprach von einer immensen Vereinfachung für die Menschen.

Das System ist schon seit einigen Wochen freigeschaltet und soll ausgebaut werden – etwa mit Blick auf Rufbusangebote und Zeitkarten. In das Projekt wurden den Angaben nach 1,8 Millionen Euro investiert. Es richtet sich vor allem an Gelegenheitsfahrer. Etwa 10 bis 15 Prozent der Umsätze würden mit solchen nicht vertragsgebundenen Tickets gemacht, erklärte der Geschäftsführer des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes, Steffen Lehmann. Ziel sei es, in diesem Bereich den Anteil auf digitalen Vertriebswegen deutlich zu erhöhen.

Das Angebot erstreckt sich auch auf Regionen im Westen Sachsen-Anhalts sowie den Raum Altenburg in Thüringen. Lücken gibt es jedoch noch im Vogtland und dem Raum Freiberg. Sie sollen den Angaben zufolge bis Mitte kommenden Jahres geschlossen werden.

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