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OZG-Umsetzung Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen gründen OZG-Verbund

Autor: Manfred Klein

Das Saarland, Hessen und Rheinland-Pfalz haben bei einem Treffen der CIOs (Chief Information Officer) der drei Länder vereinbart, künftig bei der Digitalisierung von Verwaltungsleistungen als OZG-Verbund Mitte verstärkt zu kooperieren.

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Das Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen arbeiten bei der OZG-Umsetzung zusammen
Das Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen arbeiten bei der OZG-Umsetzung zusammen
(© peterschreiber.media – stock.adobe.com)

Welche Kräfte die OZG-Umsetzung mittlerweile freisetzt, verblüfft auch alte Hasen im eGovernment-Geschäft immer wieder. Für den vorläufig letzten Paukenschlag einer immer dynamischeren Entwicklung haben nun das Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen gesorgt. Unter dem garnicht bescheidenen Motto „Turbo für die digitale Verwaltung der Zukunft gezündet – Digitalisierungsplattform startet“ haben die CIOs der drei Länder nun ihre Zusammenarbeit bekanntgegeben.

Corona-Gruppenbild der drei Landes-CIOs anlässlich der Vereinbarung: Randolf Stich, Ammar Alkassar und Patrick Burghardt (v.l.)
Corona-Gruppenbild der drei Landes-CIOs anlässlich der Vereinbarung: Randolf Stich, Ammar Alkassar und Patrick Burghardt (v.l.)
(© Saarland)

„Für eine erfolgreiche Digitalisierung bedarf es dreier Dinge: einer klugen Strategie, starker Partner und leistungsfähiger Tools“ sagte Ammar Alkassar, Bevollmächtigter des Saarlandes für Innovation und Strategie und CIO der saarländischen Landesregierung. „Mit unserer konsequenten, länderübergreifenden Plattformstrategie leiten wir einen radikalen Wandel in der IT der Landesverwaltung ein und stellen die Weichen für die Zukunft.“

Seien bislang für einzelne Verwaltungsleistungen jeweils separate Verfahren mit unterschiedlichen technischen Lösungen entwickelt worden, so werde diese Architektur nun komplett neu aufgestellt: In Zukunft bilde die Digitalisierungsplattform den zentralen Dreh- und Angelpunkt. Damit würden die bestehenden IT-Services für Bürger und Wirtschaft sukzessive zusammengeführt und durch eine standardisierte, einheitliche Prozessunterstützung ersetzt. Ein entscheidender Bestandteil zur Umsetzung der Plattformstrategie sei die Tatsache, dass die erforderliche Modellierung von Verwaltungsprozessen bei Gesetzesänderungen nicht mehr durch IT-Spezialisten neu programmiert werden müsse, sondern durch versierte Verwaltungsmitarbeiter mittels intuitiver Konfigurationsmöglichkeiten weitgehend umgesetzt werden könne.

Anbieter für die Verwaltungs-IT könnten sich in der Folge auf Spezialaufgaben und Erweiterungspakete konzentrieren und müssen so nicht immer wieder aufs Neue Basisdienste entwickeln. „In Zeiten knapper IT-Fachkräfte ist dies eine wegweisende und volkswirtschaftlich kluge Entscheidung, um die Verwaltung auch zukünftig mit modernen und bedarfsgerechten digitalen Lösungen ohne Doppelentwicklungen zu versorgen“, führt Staatssekretär Randolf Stich aus Rheinland-Pfalz aus.

Hessen, Saarland und Rheinland-Pfalz hätten als OZG-Verbund Mitte bei diesem wichtigen Schritt in die Zukunft erfahrene und schlagkräftige Partner an ihrer Seite, mit denen Verwaltungsleistungen arbeitsteilig erstellt und wechselseitig zur Verfügung gestellt werden können, heißt es weiter. Die gemeinsam beschaffte Digitalisierungsplattform der ekom21, für die das Saarland und Rheinland-Pfalz kürzlich den Zuschlag im Rahmen eines europaweiten Ausschreibungsverfahren erteilen konnten – Hessen hat die Plattform bereits beschafft – stelle eine ausgereifte und leistungsfähige technische Grundlage für die Antrags- und Prozessplattform dar, die mit vereinter Kraft zur innovativsten eGovernment-Basisplattform Deutschlands ausgebaut werden soll.

„Ich bin mir sicher, mit diesem weiteren Innovationsschritt und durch die Kooperation in einem größeren Verbund sowie insbesondere mit dem ganz aktuell in der Corona-Pandemie gezeigten hohen Engagement der Verwaltungsmitarbeiter in Land und Kommunen wird es uns gelingen, unsere Bundesländer an eine Spitzenposition im Bereich der Digitalisierung zu führen. Dabei sind wir als OZG-Verbund Mitte offen für weitere Kooperationspartner, um gemeinsam voranzugehen“, so Patrick Burghardt, CIO des Landes Hessen und Digitalstaatssekretär, abschließend.

Zur technischen Umsetzung wollen die Länder auf die technisch leistungsstarke zentrale Plattform Civento setzen. In den Ländern wird die Plattform jeweils unter einer Marke mit einem entsprechenden Wiedererkennungswert gestartet.

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