25 Jahre IT-BUSINESS: Das virtuelle Hardware-Museum – Teil 2

S3: Von der Porsche-Grafik zur Patent-Keule

| Autor: Klaus Länger

Der Niedergang von Elsa

Zunächst wuchs Elsa rasch und eröffnete Niederlassungen in den USA, Japan und Taiwan. 1998 ging das Unternehmen an die Börse und galt als einer der Stars des Neuen Marktes. Langner und Steinkopf waren schon vorher zum Internetprovider Ginko gewechselt.

Neben den Modems und später ISDN-Geräten hatten vor allem die Grafikkarten mit eigenen Designs und deren hochoptimierte Windows-Treiber daran einen großen Anteil. Ein Beispiel dafür waren die Erazor-Karten mit Nvidia-Chips. Der Siegeszug ebenfalls schneller aber günstigerer Grafikkarten asiatischer Hersteller auf Basis von Nvidia-Referenzdesigns und mit Referenztreibern brach Elsa schließlich das Genick. 2002 musste die Elsa AG Konkurs anmelden.

Das Netzwerksegment der Firma wurde vorher noch per Management-Buyout ausgegliedert. Aus ihm ist die immer noch in Aachen angesiedelte Lancom entstanden. Auch der Power-LAN-Pionier Devolo hat seine Wurzeln in der Elsa AG.

Der Versuch von Theo Beisch, aus den Resten des Unternehmens im August 2002 eine „Neue Elsa GmbH“ zu gründen, scheiterte nach zwei Jahren an Unterfinanzierung und der Tatsache, dass eine Firma aus Taiwan aus der Konkursmasse der „alten“ Elsa die Namensrechte erworben hatte und nun erfolgreich klagte.

Die Elsa Technology Inc. in Taiwan startete 2007 einen Versuch, auf dem deutschen Markt wieder Grafikkarten mit dem Namen Elsa zu verkaufen. Die dafür gegründete Elsa Technology GmbH existiert allerdings nicht mehr und auch die taiwanische Elsa ist nicht mehr aufzufinden. Lediglich die japanische Zweigstelle hat als eigenständige Elsa Japan Inc. bis heute als Grafikkartenhersteller überlebt.

Hercules Terminator 3D/DX

Der Virge-Chip war der erste Versuch seitens S3, sich einen Platz im wachsenden Markt der 3D-Beschleuniger zu erobern. Allerdings war der 1995 vorgestellte Virge/325 zwar schneller als das Software-Rendering der CPU, aber nicht konkurrenzfähig im Vergleich zu speziellen 3D-Chips von 3DFX und Videologic oder später dem Riva 128 von Nvidia. Auf der Hercules Terminator 3D/DX von 1997 sitzt schon die zweite Generation des Chips, der S3 Virge/DX (86C375). Die Karte ist mit vier MB EDO-RAM bestückt.

Hercules, der Hersteller der Karte, war einer wichtigsten Hersteller von Grafikchips für die frühen Personal Computer der 80er Jahre. Der Hercules-Chip war kompatibel zu IBMs MDA-Display-Adapter, beherrschte aber bereits eine einfache Bitmap-Grafik mit CGA-Emulation. In Kombination mit TTL-Monochrom-Monitoren (grün oder bernstein) waren Hercules-Karten die vorherrschenden Grafikadapter. Allerdings hat Hercules den Wechsel zu EGA- und VGA-Grafik verpasst.

Daher stoppte die 1982 gegründete Firma die Produktion eigener Grafikchips und setzt stattdessen auf Produkte anderer Chiphersteller. 1998 wurde Hercules durch Elsa übernommen, nach deren Konkurs durch den kanadischen Grafikkartenhersteller Guillemot Corporation. 2004 beendete Guillemot die Produktion von Grafikkarten. Seither tragen Peripheriegeräte aus dem Audiobereich wie Lautsprecher, DJ-Controller oder Webcams das traditionsreiche Logo.

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