CeBIT-Auftritt des Bundesinnenministeriums

Rundum-Paket für den Public Sector

| Redakteur: Manfred Klein

Die Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnologie, Cornelia Rogall-Grothe, sucht den Dialog mit Bürgern, Landes- und Kommunalverwaltungen
Die Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnologie, Cornelia Rogall-Grothe, sucht den Dialog mit Bürgern, Landes- und Kommunalverwaltungen (Foto: Bundesinnenministerium)

Am CeBIT-Stand der Bundesbeauftragten für Informationstechnik präsentieren sich Aussteller aus Verwaltung und Wirtschaft; Fachvorträge und Diskussionen runden den Messeauftritt ab. Und der IT-Planungsrat ist erstmals mit einem eigenen 600 Quadratmeter großen CeBIT-Stand in Halle 7 vertreten.

Im Interview mit eGovernment Computing erklärt die IT-Beauftragte der Bundesregierung, Staatssekretärin Cornelia Rogall-Grothe, weshalb ihr CeBIT-Stand ein Anlaufpunkt für die Öffentliche Hand ist.

Frau Rogall-Grothe, welche Schwerpunkte werden Sie in diesem Jahr auf dem CeBIT-Stand der Bundesbeauftragten für Informationstechnik setzen?

Rogall-Grothe: In diesem Jahr werden sich an meinem Stand Aussteller aus Verwaltung und Wirtschaft in den Themenbereichen „Moderner Kontakt“, „Sichere Identität“ und „Effiziente Prozesse“ zu aktuellen Entwicklungen und Maßnahmen des Bundes im Bereich der Informationstechnik präsentieren. Entsprechend dem diesjährigen Leitthema der CeBIT „Datability“ werden Fachvorträge und Diskussionsrunden zu den Themen Cybersicherheit, IT-Sicherheit und Datenschutz angeboten.

Was können Besucher beim Schwerpunkt „Moderner Kontakt“ erwarten?

Rogall-Grothe: Im Bereich „Moderner Kontakt“ präsentiert sich auch in diesem Jahr die Behördennummer 115. Inzwischen haben über 27 Millionen Bürgerinnen und Bürger mit der 115 einen direkten Draht in die Verwaltung. Als einfache Anlaufstelle für alle Bürgeranliegen hat sich die einheitliche Behördennummer inzwischen zum Servicestandard in den Behörden entwickelt. Nun haben wir uns vorgenommen, den 115-Service über den telefonischen Kontakt hinaus zu erweitern. Die 115 soll der einheitliche Behördenservice für Deutschland werden und künftig über alle gängigen Kommunikationskanäle erreichbar sein. Ein erster Schritt hierzu ist eine 115-App, die auf Initiative des IT-Planungsrates unter der Führung des Landes Rheinland-Pfalz gerade entwickelt wird. Auf der CeBIT wird ein erstes Muster dieser App vorgestellt. Auch wenn die Entwicklung noch am Anfang steht, wird hiermit der erste Schritt hin zu einer Multikanalnutzung der 115 gemacht.

Gibt es neben der 115 noch weitere interessante Projekte in diesem Bereich zu sehen?

Rogall-Grothe: Das Zentrum für Satellitengestützte Kriseninformation des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e. V. zeigt in Zusammenarbeit mit dem Bundesinnenministerium Onlineangebote, mit denen Katastrophenschutz und Polizei in Krisenfällen schnell und zuverlässig informiert werden, darunter auch erste Skizzen eines Hochwasserinformationssystems. Zudem wird sich das vom Bundesinnenministerium geförderte Kompetenzzentrum Öffentliche IT, kurz ÖFIT, erstmals auf der CeBIT präsentieren. Das ÖFIT wird den Besucherinnen und Besuchern einen interaktiven Blick in die Zukunft der öffentlichen IT gewähren

De-Mail und die e-ID-Funktion des Personalausweises sind ja weiterhin wichtige Projekte Ihres Hauses. Gibt es auch hier Neuerungen?

Rogall-Grothe: Im Bereich „Sichere Identität“ zeigen wir neue Einsatzmöglichkeiten für De-Mail und die Online-Funktion des Personalausweises, zum Beispiel die mobile Nutzung der eID-Funktion mit Smartphones. Wir haben außerdem mehrere Kooperationspartner der eGovernment-Initiative gebeten, ihre neuen Anwendungen vorzustellen. Es wird beispielsweise künftig möglich sein, bundesweit ein automatisiertes gerichtliches Mahnverfahren mit der eID-Funktion zu nutzen oder die BAföG-Beantragung elektronisch vorzunehmen. Und die eID-Selbstauskunft ermöglicht den Bürgerinnen und Bürgern die Ansicht ihrer auf dem Personalausweis mit Online-Funktion gespeicherten Daten – sie können die neue Funktion also quasi ausprobieren und erfahren zugleich, welche Daten sie elektronisch übermitteln können. Das erhöht die Transparenz und schafft Vertrauen in die eID-Funktion.

Wie sieht es bei den „Effizienten Prozessen“ aus?

Rogall-Grothe: Im Themenbereich „Effiziente Prozesse“ demonstrieren das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie, das Statistische Bundesamt und die Geodateninfrastruktur Deutschland ihre eng vernetzte Zusammenarbeit. Hier sind Live-Demos von Internet-Anwendungen wie beispielsweise auf Geoportal.de oder dem Online-Atlas Agrarstatistik für die öffentliche Nutzung von Geoinformationen von Bund, Ländern und Kommunen zu erleben. Das Vorhaben P23R informiert aus verschiedenen Blickwinkeln und anhand ausgewählter Berichtspflichten von Unternehmen aus dem Umweltbereich über das P23R-Prinzip, das derzeit im Erprobungsraum der Metropolregion Rhein-Neckar in den Praxisbetrieb überführt wird.

Die Zahl der Bundesländer, die sich in diesem Jahr am Gemeinschaftsstand beteiligen, ist weiter gestiegen. Welche gemeinsamen Aktivitäten sind für die CeBIT geplant? Und welches sind die gemeinsamen Ziele?

Rogall-Grothe: Der IT-Planungsrat ist zum ersten Mal mit einem eigenen Stand auf der CeBIT vertreten. Daran beteiligen sich alle Länder und der Bund. Neben den Exponaten wird es ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm mit Interviews, Vorträgen und Diskussionen geben. Mit dem Gemeinschaftsstand wollen wir die Arbeit des IT-Planungsrats und seine Projekte den Besuchern der CeBIT präsentieren. Außerdem treffen wir uns während der CeBIT zur Frühjahrssitzung des IT-Planungsrats.

Wie sollen zum Beispiel die Kommunen angesprochen werden? Welche Neuheiten gibt es für sie auf dem BfIT-Stand?

Rogall-Grothe: Für Kommunen sind insbesondere die zentralen eID-Infrastrukturen interessant, die zahlreiche Länder bereitstellen oder derzeit aufbauen. Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern und die Modellregion neuer Personalausweis Nordrhein-Westfalen zeigen hier unterschiedliche Ansätze zentraler Angebote. Bürgerämtern empfehle ich, sich den Kartenlesegeräteautomaten einmal genauer anzuschauen. Besucher können sich beispielsweise über die künftige Governikus AuthentApp informieren, einer Anwendung für den mobilen Einsatz des neuen Personalausweises, mit deren Hilfe nützliche Funktionen für mobile Endgeräte erschlossen werden können.

Welche Themen wird der IT-Planungsrat im Public Sector Parc vorstellen?

Rogall-Grothe: Der IT-Planungsrat stellt über 30 Projekte auf seinem Stand vor und zeigt damit die ganze Bandbreite seiner Arbeit. Darunter sind zum Beispiel das nationale Waffenregister, ein mobiler Bürgerkoffer und ein IT-Verfahren zur Emissionsmessberichterstattung. Erstmals wird es ein eigenes Forum mit Vorträgen aus Bund, Ländern und Kommunen geben. Auf der Bühne werden unter anderem neue Servicedienste vorgestellt und IT-Sicherheitsaspekte diskutiert.

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