Schadensbegrenzung

Runder Tisch strebt technische Souveränität im eGovernment an

| Redakteur: Manfred Klein

Das Ziel: der Schutz der Privatsphäre durch vertrauenswürdiges eGovernment
Das Ziel: der Schutz der Privatsphäre durch vertrauenswürdiges eGovernment (Foto: BMI)

Unter Leitung der Beauftragten der Bundesregierung für Informationstechnik und Vorsitzenden des Nationalen Cyber-Sicherheitsrates, Staatssekretärin Cornelia Rogall-Grothe, hat der Runde Tisch „Sicherheitstechnik im IT-Bereich“ getagt. Erörtert wurden Möglichkeiten zur Ver­besserung der Rahmenbedingungen für die in Deutschland tätige IT-Sicherheits­wirtschaft.

Anlässlich des Treffens erklärte die Vorsitzende des Runden Tisches, Staatssekretärin Cornelia Rogall-Grothe: „Eine starke, auf eigenem Know-how basierende IKT-Sicherheitswirtschaft ist ein verlässlicher Garant für unsere industriell geprägte und exportorientierte Volkswirtschaft als Quelle unseres Wohlstands.“

Und: „Unabdingbare Voraussetzung für den Erfolg der fortschreitenden Digitalisierung aller Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft ist das Vertrauen in die Sicherheit der Informations- und Kommunikationstechnik. Wir wollen dieses Vertrauen erhalten und stärken, indem wir die technologische Kompetenz und die technologische Souveränität bei der IKT-Sicherheit in Deutschland ausbauen. Deutschland benötigt diese technologische Souveränität für den Aufbau und Betrieb sicherheitskritischer Infrastrukturen in Deutschland, wie beispielsweise Regierungs- oder Verkehrsnetze, Gesundheitswesen und Energieversorgung.“

Der Runde Tisch hat dazu in der aktuellen Sitzung eine Reihe von Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Implementierung von IT-Sicherheit in Systeme, Anwendungen und Produkte erörtert.

Dabei ist gemeinsames Verständnis der Teilnehmer des Runden Tischs, dass nachhaltige IT-Sicherheit und nachhaltige Förderung von IT-Sicherheitsprodukten und -herstellern als ganzheitlicher Prozess verstanden werden muss – angefangen von der Forschung und Entwicklung über die Produktion bis hin zur Bewertung und Nutzung von IT-Sicherheitslösungen. Es wurde eine Vielzahl von Maßnahmen diskutiert, hierzu zählen beispielsweise:

  • die Bündelung der Nachfrage von Bund, Ländern und Kommunen, um auf diese Weise einen relevanten Markt für IT-Sicherheitslösungen zu schaffen bei stärkerer Berücksichtigung nationaler IT-Sicherheitsinteressen bei öffentlichen Vergaben;
  • Standardisierung und Konsolidierung der Informationstechnik des Bundes und breiter Einsatz einheitlicher IT-Sicherheitslösungen, zum Beispiel einer sicheren Cloud für die Öffentliche Verwaltung;
  • Harmonisierung von EU-IT-Sicherheitsstandards zur Förderung eines einheitlichen Marktes
  • die Förderung der nachhaltigen Nutzung von Basisinfrastrukturen wie dem neuen Personalausweis oder De-Mail;
  • die Flankierung bei der Bereitstellung von Risikokapital für IT-Sicherheitsunternehmen;
  • die Verbesserung der steuerlichen Anerkennung von Forschungs- und Entwicklungsleistungen der Unternehmen;
  • das Aufsetzen eines Programms zur Verbesserung der IT-Sicherheit für KMU (insbesondere KRITIS- und geheimschutzbetreute Unternehmen), das IT-Sicherheitsprüfungen unterstützt;
  • die Entwicklung und Erprobung innovativer, sicherer und rechtskonformer Cloud Computing-Technologien, die sich insbesondere für den Einsatz im Mittelstand eignen und gleichzeitig ein Beitrag zu einer europäischen sicheren Cloud sind;
  • Aufbau von zertifizierten IT-Sicherheitsdienstleistern zur Beratung von Unternehmen;
  • Einhaltung branchenspezifischer IT-Sicherheitsstandards in Kritischen Infrastrukturen;
  • der weitere Ausbau der FuE-Anstrengungen.

Die Bundesregierung wird diese Vorschläge nun mit Blick auf die nächste Legislaturperiode im Einzelnen prüfen und bewerten.

Darüber hinaus waren sich die Teilnehmer des Runden Tischs einig über die Bedeutung eines Ausbaus des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik, um die Digitalisierung der Gesellschaft erfolgreich gestalten zu können.

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