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IT-Dienstleister trumpft mit Open Source CMS auf

RUHR.2010 stellt Typo3 auf den Prüfstand

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GIS-Daten können ohne Spezialwissen eingebunden werden

Ein technisches Highlight ist die Möglichkeit für Redakteure, Karten zu ihren Artikeln einzubinden. Über die bereits erwähnte, neu entwickelte Erweiterung kann der Redakteur aus einer Vielzahl von Vorlagen die gewünschte auswählen und über Parameter Zoomstufe oder Overlays auswählen. Die Karten werden dynamisch vom Geodatenserver des RVR in die Website geladen.

Die Bedienung für die Redakteure ist sehr einfach und erfordert keinerlei Spezialwissen aus dem GIS-Bereich. Die Software wurde komplett über offene Standards realisiert, sie kann über das OpenLayers-Framework Kartendaten über WMF/WFS-Standards verarbeiten.

Neben den Arbeiten an der Software wurden auch die Bereitstellung der Hardware und das Hosting an die Citkomm vergeben. Da im Kulturhauptstadtjahr hohe Last auf der Website der RUHR.2010 zu erwarten ist, wurde die Hardware großzügig bemessen. Die Typo3-Installation läuft auf einem Cluster aus vier Servern, von denen zwei Server redundant den Speicherplatz bereitstellen und zwei Server redundant die Datenbank und den Webserver abbilden.

Die Konfiguration kann im laufenden Betrieb auch so geschaltet werden, dass auf einem Cluster-Knoten der Webserver läuft, auf dem anderen die Datenbank.

Die Webserver/Datenbankserver sind mit jeweils 4x Quadcore Xeons und 16 GB Arbeitsspeicher bestückt. Als Webserver kommt Apache zum Einsatz. Dieser wurde für die zu erwartende Anfragelast optimiert konfiguriert. Auch an der Software rund um Typo3 führten die Systemspezialisten der Citkomm entsprechende Tuning-Maßnahmen durch.

Im Normalzustand erzeugt jeder Seitenaufruf in Typo3 mehrere Abfragen auf die MYSQL-Datenbank. Seiten liegen nicht als Dateien auf dem Server vor, über Apache URL Rewriting wird jeder Seiteninhalt aus der Datenbank geholt. Typo3 legt Seiten – soweit es die Programmierung der jeweiligen Website zulässt – in eigenen Cache-Tabellen ab, aus denen die möglichst kompletten Seiten gelesen werden. Dennoch zeigten Benchmarks schnell, dass die Datenbank der Flaschenhals ist.

Auch die Performance war je nach Programmierung der Projektwebsite bis zum Faktor 15 unterschiedlich. Hier zeigten sich die Grenzen der Vorgaben, die man den ausführenden Agenturen setzten konnte.

Also musste – neben der üblichen Vorgehensweise, Apache so zu konfigurieren, dass der Client-Browser möglichst viele Daten im Cache ablegen darf – ein weiterer Performance-Schub her. Möglich wurde dies durch die Einbindung des freien Caching-Frameworks Memcached, das als eigenständiger Server läuft und über gängige Programmiersprachen wie PHP, C++ oder Python ansprechbar ist.

Memcached wird von vielen großen Portalen wie Wikipedia, Youtube oder Flickr eingesetzt und liegt als Paket für alle gängigen Linux-Distributionen vor.

Die Arbeitsweise kann in vereinfachter Form so beschrieben werden: Memcached erhält von der Applikation – in diesem Fall von Typo3 – Daten und legt diese im Arbeitsspeicher ab. Dabei kann die Software auch auf beliebig viele Rechner verteilt werden. In der benutzenden Applikation lässt sich ein Pool von Memcached-Servern definieren, sodass eine Erweiterung um einen zusätzlichen Rechner sehr einfach ist.

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