Pädagogik Paradox

Rückkanalverbot für die Schulen Baden-Württembergs

| Redakteur: Manfred Klein

Keine Nutzung Sozialer Netze für dienstliche Zwecke

„Generell ist die Verarbeitung von personenbezogenen Daten im Rahmen der schulischen Arbeit auf Sozialen Netzwerken von Anbietern unzulässig, soweit deren Server außerhalb des europäischen Wirtschaftsraumes betrieben werden, es sich um US-Amerikanische Unternehmen handelt oder ein Zugriff von außerhalb des europäischen Wirtschaftsraumes möglich ist. Der Grund dafür ist, dass die dortigen Datenschutzstandards nicht mit deutschen und europäischen Datenschutzstandards in Einklang stehen. Ferner sind die AGBs beziehungsweise Nutzungsbedingungen nicht mit dem deutschen Datenschutzrecht zu vereinbaren.“

„Daher ist von der Nutzung von sozialen Netzwerken zu dienstlichen Kommunikationszwecken abzusehen, da diese den geltenden Standards des Landesdatenschutzgesetzes (LDSG) nicht genügen. Dies bedeutet konkret für Lehrkräfte und Schulen, dass jegliche dienstliche Kommunikation auf oder mittels Sozialen Netzwerken sowohl zwischen Lehrkräften und Schülern als auch der Lehrkräfte untereinander unzulässig ist.“

„Darunter fällt die Mailkommunikation innerhalb von Sozialen Netzwerken ebenso wie Chats, aber auch der dienstliche Austausch personenbezogener Daten wie das Mitteilen von Noten, ferner das Einrichten von Arbeits- und Lerngruppen zum Austausch von verschiedensten Materialien, die Vereinbarung schulischer Termine und Informationen zu Erziehungs und Ordnungsmaßnahmen.“

Für alle diese Zwecke gebe es bereits Kommunikationswege, wie beispielsweise der konventionelle Schriftverkehr oder die Nutzung von verschlüsselten eMails einschlägiger Anbieter. Ferner können Arbeits- und Lerngruppen oder der Austausch verschiedener Materialien beispielsweise mit Moodle als datenschutzfreundliche Alternative realisiert werden.

Vermutlich wird es aber wohl noch eine Weile dauern, bis alle Schüler und Lehrkräfte über einen De-Mail-Zugang oder ein anderes zugelassenes Verfahren verfügen.

Immerhin: „Zulässig ist jedoch die Behandlung von Sozialen Netzwerken im Unterricht. Dort können beispielsweise Funktionalitäten von Sozialen Netzwerken beleuchtet werden, deren Möglichkeiten und Risiken vorgestellt und diskutiert werden. Dies könnte auch dadurch erfolgen, dass auf freiwilliger Basis bereits vorhandene Accounts von Schülern genutzt werden. Dabei ist darauf zu achten, möglichst keine personenbezogenen Daten zu übermitteln. Nicht zulässig ist es jedoch, dass die Schüler im Unterricht dazu verpflichtet werden, in Sozialen Netzwerken Accounts anzulegen“, wie es in dem Dokument weiter heißt.

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