Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft

Roboter operieren besser

| Autor: Ira Zahorsky

Bald überflüssig? Einer Studie von Rochus Mummert zufolge sollen Roboter bald besser operieren können als Menschen
Bald überflüssig? Einer Studie von Rochus Mummert zufolge sollen Roboter bald besser operieren können als Menschen (Bild: © Master Video - Fotolia.com)

Im OP-Saal und bei der Pflege wird in den kommenden Jahren immer mehr automatisiert werden. Davon gehen zwei Drittel der Befragten einer Rochus-Mummert-Studie aus.

Bereits zum zweiten Mal wurde die Studie „Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft“ durchgeführt, für die im Auftrag der Personalberatung Rochus Mummert Healthcare Consulting 380 Führungskräfte an deutschen Kliniken befragt wurden.

Bislang arbeitet der OP-Roboter in vielen deutschen Krankenhäusern als sprichwörtlich verlängerter Arm des Chirurgen. Beispielsweise stellt er in der Urologie das Gewebe bei Prostata- oder Nieren-Eingriffen dreidimensional dar und seine Instrumente führen winzige Schnitte genau so aus, wie der Mediziner befiehlt. „Bei urologischen Operationen arbeiten Krankenhäuser seit Jahren mit Robotik. Ihr Vertrauen auf die Möglichkeiten der Technik ist ein positives Signal“, sagt Dr. Hartmut Mueller, Studienleiter und Partner im Stuttgarter Büro von Rochus Mummert Healthcare Consulting.

So erwarten gut zwei Drittel der Krankenhaus-Führungskräfte, dass Roboter über kurz oder lang besser als Menschen operieren können. 16 Prozent gehen davon aus, dass Roboter bereits innerhalb der nächsten fünf Jahre die fähigeren Operateure sein werden und weitere 20 Prozent prognostizieren dies für die kommenden zehn Jahre. Ein Drittel der Befragten sieht keine Konkurrenz in den Robotern und ist davon überzeugt, Maschinen würden niemals besser operieren als Ärzte.

Digitalisierung auch in der Pflege

Im Pflegebereich werden Roboter wohl nie so gut sein wie Menschen, meinen knapp zwei Drittel der Befragten. Hier ist die menschliche Zuwendung auch enorm wichtig
Im Pflegebereich werden Roboter wohl nie so gut sein wie Menschen, meinen knapp zwei Drittel der Befragten. Hier ist die menschliche Zuwendung auch enorm wichtig (Bild: Rochus Mummert)

Die Digitalisierung wird auch in der Pflege Einzug erhalten, wenngleich die Prognose für diesen Bereich verhaltener ist. Immerhin geht mehr als jede dritte Führungskraft (37 Prozent) davon aus, dass Roboter künftig die besseren Pflegekräfte sein werden. 27 Prozent erwarten dies allerdings erst in mehr als einer Dekade. Krankenhaus-Experte Mueller: „In Deutschland sind Pflegeroboter Zukunftsmusik, der japanische Markt ist in dieser Hinsicht schon weiter. Aber wer hätte vor 15 oder 20 Jahren gedacht, dass OP-Roboter bei uns eines Tages selbstverständlich sein werden?“

Verwaltung und Diagnostik haben Potenzial

Ein besonders hohes Potenzial für die Digitalisierung und Automatisierung sehen die befragten Führungskräfte in der Verwaltung und Diagnostik mit 84 beziehungsweise 75 Prozent, gefolgt von der stationären Versorgung (57 Prozent). Und in diesen Bereichen dürften sich ihrer Erwartung nach auch die Arbeitsabläufe in den kommenden fünf bis zehn Jahren am stärksten ändern. „Die Berufsbilder und Prozesse in deutschen Krankenhäusern sind im Wandel begriffen. Unsere Studie zeigt, dass die Gesundheitswirtschaft zunehmend bereit ist, diese digitale Herausforderung anzunehmen“, so Rochus-Mummert-Partner Mueller.

Über die Studie

Für die Rochus-Mummert-Studie „Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft“ wurden im Mai und Juni 2016 mittels einer Online-Umfrage 380 Führungskräfte deutscher Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen befragt. Die Teilnehmer der Studie üben vor allem Positionen in der Geschäftsführung oder andere leitende Funktionen aus. Zu den befragten Krankenhäusern gehören Kliniken in öffentlich-rechtlicher, frei-gemeinnütziger, konfessioneller und privater Trägerschaft.

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