Fraunhofer IPA

Roboter lässt Menschen im Alter nicht allein

| Redakteur: Hendrik Härter

Der Care-O-bot 4 unterstüzt Menschen im Alltag. Er kann ihnen Essen reichen und reagiert auf Sprache.
Der Care-O-bot 4 unterstüzt Menschen im Alltag. Er kann ihnen Essen reichen und reagiert auf Sprache. (Bild: Fraunhofer IPA)

In einem Projekt wollen Forscher einen Roboter so weiterentwickeln, dass dieser hilfsbedürftige Menschen im Alltag unterstützt. Dazu gehört auch, dass der Roboter auf Sprache reagiert.

Mensch und Roboter als Team, das gemeinsam Alltagshürden im Leben älterer Personen meistert: Mit diesem Ziel ist im Juli dieses Jahres das vom BMBF geförderte Forschungsprojekt „RoPHa“ gestartet. Unter der Koordination des Fraunhofer IPA mit den Partnern Roboception, Artiminds und der Universität Bremen sollen Serviceroboter so weiterentwickelt werden, dass die Systeme alltägliche Handhabungsaufgaben sicher und interaktiv ausführen können. Als Anwendungsszenario setzt das Projekt das Anreichen von Essen und Trinken mit dem Serviceroboter Care-O-bot4 um.

Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung in Deutschland ist die Unterstützung älterer und pflegebedürftiger Menschen ein wichtiges Einsatzfeld von Service- und Assistenzrobotern. Entscheidend ist, dass der Roboter nicht nur informatorisch, sondern auch aktiv bei alltäglichen Aufgaben im privaten Alltag unterstützen kann.

Roboter unterstützt zielgerichtet

Im Fokus der Forscher stehen im Projekt „RoPHa – Robuste Perzeption für die interaktive Unterstützung älterer Nutzer bei Handhabungsaufgaben im häuslichen Umfeld“ deshalb Aufgaben, die aufgrund altersbedingter Krankheiten, Muskelschwäche oder unbeabsichtigter Bewegungen häufig schwerfallen. So soll ein auf die Bedürfnisse des Menschen zugeschnittenes robotisches Hilfsmittel entstehen, das die Selbstständigkeit im Alltag deutlich verbessert.

Für Serviceroboter sind Informationen über private Lebensräume komplex und sie ändern sich dynamisch. Sie sind unscharf, unvollständig oder gar widersprüchlich, was eine korrekte Aufgabenausführung erschwert. Deshalb verfolgen die Projektpartner den Ansatz, dass der Mensch mit dem Roboter interagiert und durch Sprachkommandos weitere Informationen bereitstellt. Diese soll der Roboter verstehen und in angemessene Aktionen umsetzen können. Der Input des Menschen soll zu einer besseren Lösung der Aufgabe beitragen und helfen, die zukünftige Aufgabenausführung besser an den Nutzer anzupassen.

Essen reichen und auf Sprache reagieren

Die (weiter-)entwickelten Technologien zur Wahrnehmung und Handhabung bei Servicerobotern setzen die Projektpartner für ein Anwendungsszenario ein, bei dem Care-O-bot 4 einer hilfsbedürftigen Person mundgerecht Speisen und Getränke bereitstellt. Dabei soll der Roboter das Essen zunächst aus der Küche an den Tisch bringen. Diesen sowie auch die dort sitzende Person und alle darauf befindlichen Objekte hat er kontinuierlich über seine Sensoren im Blick.

Die Person kann nun über Sprachkommandos oder ein Touchpad-Interface Aufforderungen mitteilen wie „Reiche mir das Glas“ oder „Führe die Gabel zu meinem Mund“. Sowohl über das Touchpad als auch über Zeigegesten erfährt der Roboter, welche Objekte oder Bissen die Person gerade möchte.

Fehlen ihm Informationen, erfragt er sie. Anhand dieses Szenarios möchten die Projektpartner zeigen, dass mit den entstehenden Technologien eine intuitive, sichere und robuste wahrnehmungsgesteuerte Ausführung auch von Manipulationsaufgaben möglich wird, die Menschen auf natürliche Art und möglicherweise auch vage formulieren.

Dieser Beitrag erschien zuerst in unserem Partnerportal Elektronikpraxis.

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