Hochverfügbarkeit für virtualisierte Server

Risiken durch Virtualisierung

13.05.2010 | Autor / Redakteur: Ulrich Lenz, Senior Consultant, Stratus Technologies GmbH / Gerald Viola

Bei hochverfügbaren Systemen lassen sich Komponenten im laufenden Betrieb auswechseln
Bei hochverfügbaren Systemen lassen sich Komponenten im laufenden Betrieb auswechseln

Virtualisierung liegt im Trend. Allerdings übersehen viele Organisationen, dass durch die Zusammenlegung von Servern ein höheres Risiko entsteht, weil der Ausfall eines einzigen Servers nun ein ganzes Unternehmen lahmlegen kann. Virtualisierte Server müssen daher besonders abgesichert werden. Mit einer Software-Lösung lässt sich das auch ohne großen Aufwand realisieren.

PC-Server sind bekanntlich Verschwender. Sie nutzen normalerweise lediglich 10 bis 20 Prozent ihrer Kapazität, der Rest ist Reserve. Der überwiegende Teil der Server-Arbeit besteht daher im Warten auf Arbeit – und im Erzeugen von Wärme und Verbrauchen von Strom. Durch die Konsolidierung der Server lässt sich deren Auslastung deutlich erhöhen, denn eventuelle Schwankungen bei der Beanspruchung können innerhalb einer physischen Maschine verteilt werden.

Wer auf diese Weise weniger Server einsetzt, muss auch weniger für Strom und Kühlung aufwenden, und eine geringere Anzahl von Geräten braucht schließlich auch weniger Platz; ein wichtiger Aspekt, wenn der Server-Raum schon aus allen Nähten platzt.

Hersteller im Zwiespalt

Die offenkundigen wirtschaftlichen und technischen Vorteile der Virtualisierung haben diese zu einem der großen aktuellen IT-Trends werden lassen – auch in kleineren und mittleren Unternehmen. Überall wird jetzt virtualisiert, und fast alle Hersteller unterstützen diesen Trend – mancher vielleicht mit gemischten Gefühlen, weil die Anzahl der verkauften Geräte natürlich sinkt, wenn Unternehmen nicht mehr Server neben Server stellen, sondern wenige, leistungsstarke Systeme mit logischen Servern vollpacken.

Die Sache hat allerdings auch für die Anwender einen kleinen Haken, der in der derzeitigen Virtualisierungseuphorie gern übersehen wird: Je mehr logische Server auf einer physischen Maschine laufen, desto gravierender sind Systemausfälle. Fällt in einer herkömmlichen Server-Landschaft ein Gerät aus, so trifft es die dort betriebene Anwendung – die Auftragsverwaltung, die Datenbank oder den Mail-Server.

So bitter das im Fall des Falles dann sein mag – wenigstens können alle anderen Anwendungen weiterlaufen. In einer Virtualisierungslösung ist dagegen immer eine ganze Reihe von Applikationen betroffen. Bei kleineren Unternehmen, die möglicherweise alle Anwendungen auf einen Server gepackt haben, bedeutet das unter Umständen einen Totalausfall der Applikationen. Und das ist in einer Zeit, in der Geschäftsprozesse vollständig auf die Verfügbarkeit ihrer IT angewiesen sind, für Organisationen nicht hinnehmbar.

Gerade kleinere und mittlere Öffentliche Verwaltungen, die nur wenige virtualisierte Server betreiben, müssen diese deshalb besonders absichern. Sie müssen dafür Sorge tragen, dass Systemausfälle nicht nur selten, sondern nie vorkommen.

Dabei scheiden Lösungen aus, die im Störungsfall administrative Eingriffe erfordern, erst recht für Behörden, die keine große IT-Mannschaft beschäftigen können. Im Ernstfall wird der für den Neustart der Server zuständige Experte nämlich auf Fortbildung und sein Vertreter im Krankenhaus sein; und nun fängt der Kollege, der normalerweise für Word und Excel zuständig ist, erst einmal mit dem Studium der Handbücher an …

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