Cloud Computing ist für Behörden unausweichlich

Reine Nutzen- und Kostensache

04.02.2011 | Autor / Redakteur: Hadi Stiel / Gerald Viola

Behörden-Cloud: eGovernment wirtschaftlicher, schneller und reibungsloser
Behörden-Cloud: eGovernment wirtschaftlicher, schneller und reibungsloser

Markt- und Technologie-Insider sind sich sicher: Cloud Computing auf Basis virtualisierter IT-Kapazitäten wird große Bereiche des Öffentlichen Dienstes durchdringen. Zu überzeugend sind die Kosten- und Leistungsvorteile des dynamischen IT-Ressourcenbezugs aus der Wolke, als dass Behörden unter dem wachsenden Kostendruck darauf verzichten könnten. Zudem kommt die Entwicklung von eGovernment dem Cloud Computing zugute.

eGoverment Computing hat sich mit Dr. Alfred Zapp, Mitglied der Geschäftsleitung bei CSC und Director Public Sector, über wichtige Aspekte rund um Cloud Computing unterhalten.

Wieso passt Cloud Computing so gut zur Entwicklung von eGovernment?

Zapp: Immer mehr Informations- und Serviceangebote richten sich „nach außen“ – sei es an die Bürger, die Wirtschaft oder andere Behörden – mit denen die Ausgangsbehörde zusammenarbeitet. Dabei ist der tatsächliche IT-Bedarf immer weniger quantitativ oder zeitlich vorhersehbar. Angesichts dieser Entwicklung ist die traditionelle IT überfordert. Die Wolke positioniert sich hingegen zwischen den Teilnehmern und kann auf Knopfdruck oder automatisch ihre virtualisierten IT-Kapazitäten dem jeweiligen Bedarf an IT-Services anpassen.

Zudem verleiht das Cloud-Computing-Paradigma der IT eine höhere Skalierfähigkeit, Flexibilität und Elastizität. Behörden können unter geringerem Personal- und Mitteleinsatz eGovernment nach außen, aber auch nach innen, wirtschaftlicher, schneller und reibungsloser in die Tat umzusetzen.

Was macht den wirtschaftlichen Reiz von Cloud Computing aus?

Zapp: Dieser Reiz lässt sich plastisch am Beispiel Server aufzeigen. Konzentriert sich die Behörde oder ihr interner RZ-Dienstleister darauf, den steigenden IT-Kapazitätsbedarf durch die Anschaffung vieler neuer Server abzudecken, strapaziert dies unnötig den ohnehin knappen IT-Etat. Die neuen, nicht virtualisierten Server werden aufgrund ihrer starren Zuordnung zu Verwaltungsanwendungen im Schnitt nur zu 10 bis 20 Prozent ausgelastet werden.

Parallel steigen mit den neuen Servern die IT-Betriebs- und -Energiekosten. So verbrauchen die physischen Server deutlich mehr Strom als ein Server, der viele gut ausgelastete, virtualisierte Server zur Verfügung stellt. Fehlt die Virtualisierung, mangelt es außerdem an der notwendigen Skalierfähigkeit und Elastizität der IT-Infrastruktur, um Government-Projekte durch eine flexible, dynamische Zuordnung von Ressourcen zu unterstützen.

Negative Folgen wie Verfügbarkeits- und Performance-Engpässe können auf dem Weg ins eGovernment die Folge sein.

Können Sie die Größenordnung der Einsparungen durch Cloud Computing anhand von eigenen Projekten belegen?

Zapp: Die Stadtverwaltung Los Angeles spart durch ihren Wechsel in eine Google Public Cloud 40 Prozent der Betriebskosten: 5,5 Millionen US-Dollar über fünf Jahre. Die hohen Einsparungen erklären sich aufgrund der Virtualisierung innerhalb der Wolke vor allem durch den Wegfall von Servern sowie durch die geringeren Software-Lizenz-, Betriebs- und Energiekosten.

Miami in Florida hat über den Wechsel in die externe Cloud seine Technologiekosten um 15 Prozent reduziert, seine IT-Personalkosten sogar um 25 Prozent. Einen Teil der hohen Einsparungen macht bei beiden öffentlichen Anwendern die Tatsache aus, dass sie fortan nur noch soviel IT-Ressourcen – Server-, Speicher-, Desktop-Kapazitäten – abrufen und bezahlen, wie sie tatsächlich brauchen und verbrauchen.

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