Zentrales Multimediaarchiv auf Regionalebene

Regionsweiter Zugriff auf Patientendaten

| Redakteur: Jürgen Sprenzinger

Im sich rasch entwickelnden Gesundheitswesen ist Mitteljütland/Dänemark für zukünftige Anforderungen bestens gerüstet.
Im sich rasch entwickelnden Gesundheitswesen ist Mitteljütland/Dänemark für zukünftige Anforderungen bestens gerüstet. (Bild: Palle Westergreen/visitdenmark)

Eine von fünf administrativen Regionen in Dänemark ist Mitteljütland und für die Gesundheitsversorgung von mehr als 1,2 Millionen Einwohnern zuständig. Eine der Herausforderungen war, dass Patientendaten in verschiedenen Archiven gespeichert waren und in den diversen Netzwerken nicht ausreichend kommunizierbar waren.

Die Folge davon war, dass den behandelnden Ärzten wichtige Patientendaten nicht oder nur teilweise zur Verfügung standen.

Der Lösungsansatz bestand darin, ein zentrales Multimediaarchiv auf Regionalebene zu schaffen, das den Leistungserbringern einen Zugrif auf alle radiologischen Befunde sowie Bilddaten ermöglichen sollte. Gleichzeitig sollte aber auch die Anbindung an den nationalen Bildindex realisiert werden.

Anbindung an nationalen Bildindex

Unter Berücksichtigung der Konsolidierung im dänischen Verwaltungsbereich wurden regionale und nationale eHealth-Ziele definiert. Ein daraus resultierendes wichtiges Projekt war die Schaffung des nationalen Bildindexes, der einen einfachen Austausch von radiologischen Bildern und Befunden über die Grenzen der fünf dänischen Regionen hinweg ermöglichen soll.

Für die Praxis bedeutet das: Wird ein Patient beispielsweise im Süden des Landes in eine Klinik eingeliefert, kann der behandelnde Arzt bereits existierende Bilder und Befunde, die in einer Klinik im Norden erstellt worden sind, umgehend elektronisch abrufen und einsehen. Das spart Zeit und Kosten – zudem wird dadurch auch die Versorgungsqualität erhöht, denn auf diese Weise müssen Untersuchungen nur einmal durchgeführt und Befunde ebenfalls nur einmal erstellt werden.

Der behandelnde Arzt ist damit in der Lage, schneller über den weiteren Behandlungsverlauf zu entscheiden. Mit diesen Versorgungsstrukturen ist Dänemark dabei, im Bereich Healthcare-IT eine Vorreiterrolle in Europa einzunehmen.

Zwei Produkte – eine Lösung

Die Region Mitteljütland hat sich für eine e-Health-Lösung von Siemens Healthcare entschieden, die sich aus der IHE-Infrastrukturplattform „sense“ und dem anbieterneutralen Multimediaarchiv „syngo share“ zusammensetzt. Sie ermöglicht den regionsweiten Austausch von Patientendaten, ohne dass die Nutzer ihr vertrautes System verlassen müssen.

Zudem konnte Mitteljütland mit dieser Lösung die IHE-konforme Anbindung an den nationalen Bildindex nachweisen. sense und syngo.share sind modulare Systeme, die jederzeit schrittweise ausgebaut werden können. Dank standardisierter Schnittstellen und Adapter lassen sich weitere Systeme nachträglich einfach einbinden. Im sich rasch entwickelnden Gesundheitswesen ist Mitteljütland mit dieser offenen Lösung auch für zukünftige Anforderungen bestens gerüstet.

Vom Bildarchiv zur Drehscheibe für Patientendaten und Workflows

Zukünftig kann die Lösung auch als Drehscheibe für alle behandlungsrelevanten Daten dienen. Mitteljütland plant schon jetzt den schrittweisen Ausbau einer neuen Vernetzungslösung zur Anbindung an weitere nationale Datenbanken, wie das Medikations- oder Organspenderegister.

Zusätzlich können später weitere Applikationen aufgesetzt werden, die Workflows unterstützen und auch Patienten einbinden, z.B. Teleradiologie, Patientenportal, Notifikationen oder Online-Konsultationen.

Kurz zusammengefasst:

Die Herausforderung bestand in der unzulänglichen Kommunikation zwischen RIS/PACS-Netzwerken der Leistungserbringer in der Region Mitteljütland. Vorhanden waren lediglich unterschiedliche Archive für die Speicherung von Behandlungsdaten. Die Daten sollten auch im nationalen Bildindex von Dänemark veröffentlicht werden.

Bei der Darstellung handelt es sich um eine Lösungsskizze, da die Projektumsetzung noch nicht komplett abgeschlossen ist.
Bei der Darstellung handelt es sich um eine Lösungsskizze, da die Projektumsetzung noch nicht komplett abgeschlossen ist. (Bild: Siemens Healtcare)

Zwischenzeitlich wurde der Zugriff auf behandlungsrelevante Patientendaten vereinfacht, der Datenaustausch funktioniert über Institutionen hinweg, zudem ist heute durch die schnelle Verfügbarkeit von Patientendaten eine bessere Behandlung gewährleistet. Auch die nationalen Anforderungen sind zwischenzeitlich erfüllt, ebenso ist die Anbindung an den nationalen Bildindex realistiert. Dazu kommt, dass die offene, ausbaubare Lösung auch eine Alternative für die Zukunft darstellt, da sie anbieter- und systemunabhängig ist.

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