eGovernment in Rheinland-Pfalz

Rechenzentrumskonsolidierung: Ein Gewinn für alle

17.02.2009 | Autor / Redakteur: Jürgen Häfner / Manfred Klein

Das Land Rheinland-Pfalz führt derzeit schrittweise alle Rechenzentren und behördlichen Server im Landesbetrieb Daten und Information (LDI) zusammen. Diese Maßnahme ist Teil der IT-Gesamtstrategie, die von der Landesregierung bereits Ende des Jahres 2006 beschlossen wurde.

Anlass für die Zentralisierungsvorhaben – die neben der Landesverwaltung und der Polizei auch die Justiz umfassen – war die Erkenntnis, dass die Vorhaltung der erforderlichen IT-Infrastruktur und des Fachpersonals nur an einer zentralen Stelle wirtschaftlich ist.

Die IT-Strategie zeigt zugleich den Weg auf, wie Zentralisierungsmaßnahmen von der Zentralstelle für IT und Multimedia umgesetzt werden: In Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Ressort werden zunächst Machbarkeitsstudien erstellt, die die technische, rechtliche und fachliche Übertragbarkeit untersuchen. In einem weiteren Schritt wird die Wirtschaftlichkeit der Übertragungsmaßnahmen, auch mit Blick auf Synergieeffekte zu Zentralisierungsvorhaben anderer Ressorts, überprüft.

Mit seiner Strategie hat das Land frühzeitig den Weg für die Lösung aktueller Probleme der Informationstechnologie geebnet, die uns derzeit alltäglich – auch in den Medien – begegnen: Den zunehmenden Mangel an IT-Fachkräften, den steigenden Energieverbrauch von Rechenzentren und Servern sowie die Gewährleistung einer angemessenen IT-Sicherheit.

Bündelung der Kapazitäten

Nach einer aktuellen Studie des Branchenverbandes BITKOM, an der mehr als 1.500 Unternehmen beteiligt waren, gibt es in der deutschen Wirtschaft derzeit rund 45.000 offene Stellen für IT-Fachleute. Der Mangel an IT-Experten bleibt laut der Umfrage für die IKT-Branche ein gravierendes Problem. Dieses hat auch erhebliche Auswirkungen im öffentlichen Bereich. Hier werden heute noch viele Serversysteme vor Ort in den Behörden betrieben. Soweit der Betrieb innerhalb der Ressorts bereits zentralisiert wurde, war dies meist mit dem Aufbau ressortbezogener Rechenzentren verbunden. Diese Zersplitterung der Aufgabenwahrnehmung bereitet bereits in qualitativer Hinsicht Probleme.

So ist beim dezentralen IT-Betrieb bei den Behörden vor Ort etwa die Gewährleistung eines 7 x 24-Stundenbetriebs, die Sicherstellung der qualifizierten Betreuung außerhalb der Regelarbeitszeit sowie eine Vertretung von Spezialisten kaum zu gewährleisten. Die dezentrale Wahrnehmung von IT-Betriebsaufgaben ist insbesondere mit einem erheblichen Bedarf an qualifiziertem IT-Betriebspersonal verbunden, der sich im Hinblick auf den Mangel an IT-Fachleuten kaum mehr decken lässt.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, welche Erfahrungen in Rheinland-Pfalz bereits gemacht wurden

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