Gesponsert

Impuls vom Zukunftskongress Raus aus der Diskussion und hinein ins Tun

Wie 2022 zum Wendepunkt einer nationalen öffentlichen Cloud-Strategie werden kann, damit die neue Bundesregierung die Digitalisierungsziele nicht verfehlt.

Gesponsert von

(© Capgemini/Illustration Jens Nordmann)

„Für mich ist klar: Wir müssen es schaffen, dass Verwaltung für die Bürgerinnen und Bürger so einfach wird wie das Bestellen bei Lieferando.“ Mit diesem Statement eröffnet Daniela Kluckert, neue Parlamentarische Staatssekretärin im BMDV, die Plenumsdiskussion „Zurück aus der Zukunft 2030 – der Cloudifizierte Staat“ im Rahmen des 8. Zukunftskongresses. Gemeinsam mit Wegweiser Media hat Capgemini einen Dialog zwischen politischen Machern der neuen Bundesregierung und Vertretern der Verwaltungsspitzen aus Bund und Ländern geschaffen. Neben Kluckert nahmen Maik Außendorf MdB (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Dr. Alfred Kranstedt, Direktor des ITZBund und Dr. Johann Bizer, Vorsitzender des Dataport-Vorstandes, teil. Moderiert wurde das Panel von Marc Reinhardt, Public Sector Global Leader bei Capgemini.

Diskutiert wurde im Impulsvortrag von Prof. Dr. Peter Parycek, (Kompetenzzentrum Öffentliche IT am Fraunhofer FOKUS) eine erstrebenswerte Vision: Danach wird die deutsche Verwaltung 2030 modern, leistungsfähig und agil sein und Deutschland einen Platz 7 im „World Happiness Index“ erreichen. Doch Paryceks Fazit zu Anspruch und Wirklichkeit: Die ambitionierten Digitalisierungsziele der neuen Bundesregierung werden verfehlt, wenn es nicht zu einer weitreichenden Bündelung von Verantwortung kommt. Technologische Grundlage dafür seien eine souveräne Multicloud in enger Kooperation der Rechenzentren mit der Wirtschaft und neue Kompetenzen für schnelle und einfache Lösungen. Die langwierigen Entscheidungsprozesse in den Querschnittsressorts der Politik könnten durch eine moderne Zusammenarbeit „vom Einvernehmen zum Benehmen“ überwunden werden.

Transparente Zielbilder

Die digitale Transformation der Verwaltung setzt nach Kranstedt transparente Zielbilder voraus. Es brauche klare Verantwortlichkeiten und ein klares Controlling. Man solle die im Koalitionsvertrag sichtbare Aufbruchsstimmung nutzen, um „raus aus der Diskussion und hinein ins Tun zu kommen“. Die Frage nach digitaler Souveränität sei zentral. Voraussetzung dafür aber ist ein klares Bekenntnis zu einer offensiven, nationalen und europäischen IT-Politik, damit verbunden ist die Bereitstellung finanzieller Ressourcen.

Das nun durch die SAP/Arvato eine auf MS Technologie basierende, erste souveräne Cloud nach den Kriterien der Deutschen Verwaltungscloud-Strategie im Markt angekündigt wurde, wird sicher weitere Anbieter motivieren, diesem Beispiel zu folgen, und damit die staatliche gewünschte Multicloud-Strategie schneller Wirklichkeit werden lassen. Gleichzeitig werden eigene Cloud-Infrastrukturen für sensible Daten (z.B. Bundescloud im ITZBund) aufgebaut werden.

So weit so gut – technologisch.

Was sollte nun bis 2024 passieren?

  • 1. Die Verwaltung sollte sofort beginnen, Cloud-Services in der Public-Cloud auszuprobieren. Nur durch aktive Auseinandersetzung mit Cloud-Services baut man Wissen auf, sammelt Erfahrungen und schärft sein Verständnis, um zielgerichteter Anforderungen an Cloud-Anbieter zu formulieren.
  • 2. Ein wesentlicher Baustein digitaler Souveränität ist die Verfügbarkeit alternativer Angebote. Die Verwaltung sollte dem Angebot einer souveränen Microsoft Cloud mit ersten nationalen SaaS-Alternativangeboten entgegnen. Zu diesem Zweck könnten Bund und Länder gemeinsam, wie in der OZG-Umsetzung mit dem EfA-Prinzip oder gar als Teil von OZG 2.0, SaaS-Services für die Deutsche Verwaltungs-Cloud-Initiative bis 2024 umsetzen. Ein solcher Joint Approach auch mit der Wirtschaft wäre schnell umsetzbar und dringend notwendig.
  • 3. Parallel müssen öffentliche IT-Dienstleister und Behörden zielgerichtet auf die Cloud vorbereitet werden. IT-Dienstleister wie das ITZBund werden zum Cloud-Service-Broker: Ist bislang der IT-Betrieb wichtiges Kerngeschäft, werden zukünftig nichttechnische Anforderungen wie die Beratung der betreuten Behörden im Vordergrund stehen. Eine darauf ausgerichtete Behördenstrategie wird – neben Governance, Geschäftsmodellen, und strukturellen Veränderungen (Fähigkeiten, Mitarbeiter, Organisation, Kultur) – der entscheidende Erfolgsfaktor sein, um noch nie dagewesene Anforderungen bzgl. Kollaboration in und zwischen den Behörden zu bewältigen. Mit entsprechenden Transformationsprojekten muss unbedingt jetzt begonnen werden, um die aufgebaute Cloud-Infrastruktur dann auch erfolgreich nutzen zu können.

Gemeinsames Credo der Teilnehmer war, dass das Jahr 2022 zum Wendepunkt für Cloud und die Digitalisierung werden muss. Bereits zum Zukunftskongress im Juni soll ein erster Einblick zu Erreichtem und zur Roadmap gegeben werden. Wie Goethes Faust einst richtig feststellte: „Im Anfang war die Tat“ – und nicht das Wort. Lasst uns beginnen!

Youtube-Video des Panels:

* Der Autor: Tim Schmarbeck, Capgemini. Kontakt: tim.schmarbeck@capgemini.com

(ID:48041085)