Bessere Bildung

Qualitätsmanagement an sächsischen Schulen

| Autor / Redakteur: Hinrich Herkewitz / Susanne Ehneß

Ablauf des Projekts

Die Schulen wurden durch zusätzliche Personalkapazitäten unterstützt, die sich als so genannte „Q-Teams“ formierten und das Qualitätsmanagement vor Ort koordinierten und voranbrachten. Zu Beginn wurde ein schulspezifischer Qualitätsplan erstellt, der die angestrebten Ziele enthielt. Eine halbjährliche Berichterstattung über die Ergebnisse waren zentrale Elemente.

Den Schulen wurde hierdurch ein hohes Maß an Freiheit in der inhaltlichen Ausgestaltung ihres Qualitätsmanagements gewährt, und die Q-Teams konnten somit gezielt auf die schulspezifischen Handlungsfelder eingehen. Gleichzeitig stiegen mit diesem dezentral ausgerichteten Ansatz auch die Anforderungen an die Projektsteuerung.

Die richtige Balance zwischen zentralen Vorgaben zur Erreichung übergeordneter Ziele und dezentraler Freiheit zur Bearbeitung der spezifischen Probleme vor Ort ist eine Herausforderung, die sich im Schulwesen immer wieder stellt – nicht zuletzt auch bei der Ausgestaltung externer Schul­evaluationen beziehungsweise ­-inspektionen, die immer wieder zwischen den Polen „Kontrolle“ und „Unterstützung“ schwanken.

Zu Beginn der Evaluation wurde geprüft, inwieweit der Erfolg der Projekte anhand quantitativer Werte wie Wiederholungs- oder Abbrecherquoten bewertet werden könnte. Doch schnell war klar, dass dies unrealistisch gewesen wäre, da der Betrachtungszeitraum der Bewertung zu kurz war.

Eine deutlich höhere Sichtbarkeit hatten die vielen konkreten Maßnahmen und Instrumente an den Projektschulen. Dazu zählten zum Beispiel die Erarbeitung von Methodenheftern für das Kollegium, die Vorbereitung spezieller Unterrichtsmodule mit innovativen Lehr- und Lernmethoden, die Implementierung veränderter Kommunikationsformen im Rahmen pädagogischer Tage oder die Nutzung neuer Instrumente für die strukturierte Planung des neuen Schuljahrs unter QM-Aspekten.

Bei dem Projekt zeigte sich, dass die berufsbildenden Schulen mit dem Thema Qualitätsmanagement und den damit verbundenen Aufgabestellungen etwas besser umgehen konnten als die allgemeinbildenden Schulen. Dies dürfte an ihrem regelmäßigen Kontakt zu Unternehmen liegen, die im Alltag mit Elementen von Prozess- und Qualitätsmanagement vertraut sind. Dadurch haben auch viele der Lehrkräfte der berufsbildenden Schulen ein hohes Verständnis ­dafür, Ergebnisse und Erfolge in Kennzahlen auszudrücken und vermitteln dies sogar oft als Teil des Unterrichts.

Ausblick

Das Thema Prozess- und Qualitätsmanagement im Schulwesen wird in Zukunft zunehmend an Bedeutung gewinnen. In diesem Zusammenhang werden auch verstärkt Fragen nach der technischen Unterstützung der Kern- und Unterstützungsprozesse sowie der Schnittstellengestaltung zwischen Einzelschulen, Schulaufsichtsbehörden und Schulverwaltungsämtern gestellt werden müssen.

Ergänzendes zum Thema
 
Als wichtigste Erfolgsfaktoren auf der Ebene der Einzelschulen konnten folgende Aspekte identifiziert und mit entsprechenden Handlungsempfehlungen unterlegt werden:

Denn eine weitere wichtige Erkenntnis aus dem Projekt lautete, dass gerade die Vereinfachung adminis­trativer Abläufe eine Erhöhung der Qualität pädagogischer Prozesse und des Qualitätsmanagements ­ermöglichen kann.

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