Bessere Bildung

Qualitätsmanagement an sächsischen Schulen

| Autor / Redakteur: Hinrich Herkewitz / Susanne Ehneß

(Bild: fotogestoeber_Fotolia.com)

Die Bildungsqualität erhöhen: Für dieses Ziel hat der Freistaat Sachsen ein von der EU gefördertes Projekt zur Einführung von Qualitätsmanagement an über 200 Schulen durchgeführt. Es wird deutlich, dass nicht nur finanzielle und personelle Kapazitäten ausschlaggebend für den Erfolg sind, sondern eine einheitliche, langfristige Strategie von Nöten ist.

Ob zur Stärkung der gesellschaftlichen Integration oder zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes Deutschland: Schulbildung ist ein wichtiges Instrument zur Erreichung übergreifender gesellschaftlicher Ziele. Dementsprechend sind die Anforderungen an öffentliche Schulen gestiegen.

Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erwarten unter anderem die erfolgreiche Vermittlung von Lerninhalten und gesellschaftlichen Werten, die umfassende Einbindung von Eltern, die besondere Förderung leistungsstarker und -schwächerer Schüler, eine adäquate personelle und sächliche Ressourcenausstattungen und vieles mehr.

Vor diesem Hintergrund kommt einem systematischen Qualitätsmanagement (QM) besondere ­Bedeutung zu. Es hält zunehmend Einzug in die Schulorganisation beziehungsweise den Unterrichtsalltag und bietet neue Möglichkeiten zur Gestaltung von schulinternen Prozessen und Lernsituationen.

Förderung

Deshalb hat das Sächsische Staatsministerium für Kultus von 2011 bis 2015 zwei ESF-QM-Projekte zur Implementierung von schulischem Qualitätsmanagement an allgemein- bzw. berufsbildenden Schulen durchgeführt. Diese wurden durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert und vom Sächsischen Staatsministerium für Kultus und durch die Sächsische Bildungsagentur, der nachgeordneten Schulaufsichtsbehörde des Freistaates, gesteuert.

Seit der Einführung des ESF im Jahr 1957 verbessert dieser die Beschäftigungschancen, unterstützt die Menschen durch Ausbildung und Qualifizierung und trägt zum Abbau von Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt bei. Im Fokus stehen dabei unter anderem junge Menschen am Übergang von Schule und Beruf und deren Eingliederung in Berufsausbildung und Arbeitsmarkt.

Inhalte des Projekts

Aufgrund der EU-Förderung war die Projektdurchführung an einen umfassenden Anforderungskatalog in Bezug auf die Verwendung der Fördermittel und den Nachweis der Effektivität gebunden. Die laufende Evaluierung und Begleitung des Projekts wurde mithilfe einer europaweiten Ausschreibung vergeben. Inhalt des Auftrags war die begleitende wissenschaftliche Evaluierung der beiden Projekte.

Die Begleitung des Projekts setzte sowohl an den Prozessen als auch den Ergebnissen der beteiligten Schulen sowie auf der Gesamtprojektebene an, bewertete in mehreren Zwischenberichten den aktuellen Umsetzungsstand und identifizierte Verbesserungsmöglichkeiten. Untersuchungsgegenstände waren die schulübergreifenden Erfolgsfaktoren und -hemmnisse für die Umsetzung des Gesamtprojekts, die Verankerung des Qualitätsmanagements an den Einzelschulen sowie die Akzeptanz und Zufriedenheit bei den Projektbeteiligten.

Ergänzendes zum Thema
 
Als wichtigste Erfolgsfaktoren auf der Ebene der Einzelschulen konnten folgende Aspekte identifiziert und mit entsprechenden Handlungsempfehlungen unterlegt werden:

Methodisch war zum einen eine laufende Evaluation und Beratung hinsichtlich der Projektsteuerung durch die von der Sächsischen Bildungsagentur eingerichtete Projektgeschäftsstelle vorgesehen. Zum anderen wurden die zu erwartenden Ergebnisse und Wirkungen und somit die Nachhaltigkeit der Förderung in den Blick genommen.

Basierend auf empirischen Erkenntnissen wurden Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Steuerung des Projekts sowie zur Ergebnisverbesserung und Sicherung der Nachhaltigkeit erarbeitet. Dafür sind unter anderem zwölf Online-Befragungen an allen teilnehmenden Schulen zu ­verschiedenen Zeitpunkten sowie über 80 qualitative Interviews im Rahmen von mehreren Vor-Ort-Besuchen zu verschiedenen Zeitpunkten an 16 ausgewählten Projektschulen durchgeführt und ausgewertet worden. Zudem wurden empirische Hinweise für Effekte, die durch das Qualitätsmanagement zu erwarten sind, entwickelt und dabei Elemente von operativer und strategischer Beratung verbunden.

Dazu Martina Kretschko-Ulbrich, Landeskoordinatorin der ESF-QM Projekte: „Die Arbeitsergebnisse der externen wissenschaftlichen Begleitung haben maßgeblich zum Projektfortschritt und -erfolg beigetragen, da die Erkenntnisse von Sopra Steria Consulting als eine Handlungsgrundlage für die Tätigkeit der Projektleiter und -beiräte kontinuierlich in den Prozess der Projektgestaltung einbezogen worden sind."

Die Ergebnisse der begleitenden Projekt-Evaluierung wurden im Rahmen der Abschlusskonferenz in Dresden vor rund 400 Zuhörern – darunter, neben den Schulleitungen der Projektschulen, Vertreter verschiedener sächsischer ­Ministerien, der Schulaufsicht, des Sächsischen Bildungsinstituts ­sowie vor Repräsentanten aus Wirtschaft und Wissenschaft – vorgestellt.

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