Bitkom- und Learntec-Umfrage

Qualität der IT-Ausstattung an Schulen: Setzen, sechs!

| Autor: Ira Zahorsky

Schüler geben der IT-Ausstattung an ihren Schulen von Jahr zu Jahr schlechtere Noten.
Schüler geben der IT-Ausstattung an ihren Schulen von Jahr zu Jahr schlechtere Noten. (© drubig-photo - Fotolia.com)

Nur auf den ersten Blick gehören inzwischen PCs, Notebooks und Beamer im Unterricht zum Standard. Wirklich täglich genutzt werden diese Geräte aber kaum. Die ergab eine Umfrage des Bitkom und der Messe für digitales Lernen, Learntec, unter 512 Schülern weiterführender Schulen.

Mehr als jeder zweite Schüler (54 Prozent) bezeichnet den Zustand der Computertechnik an seiner Schule als mittelmäßig oder schlecht. Die Kritik der Schüler an der mangelhaften IT-Ausstattung der Schulen wird damit immer schärfer. Im Jahr 2010 waren nur 40 Prozent der Schüler so unzufrieden, 2007 lediglich 38 Prozent. Jeder dritte Schüler bringt daher sein eigenes Notebook mit in den Unterricht, jeder fünfte ein Tablet.

„Wenn die Ausstattung nicht stimmt, sind die Bemühungen zum Einsatz digitaler Medien im Unterricht zum Scheitern verurteilt“, sagte Bitkom-Vizepräsident Achim Berg. „Die Schüler helfen sich selbst. Ihre Smartphones und Tablets haben nicht selten ein Vielfaches der Rechenleistung der in die Jahre gekommenen ,Computerkabinette‘ unserer Schulen. Die Schere zwischen der privaten IT-Ausstattung und dem Gerätepark der Schulen öffnet sich immer weiter. Wir brauchen eine Digitale Agenda für die Schulen.“

Nur 35 Prozent der Schüler erleben täglich Whiteboards im Unterricht, noch weniger nutzen Notebooks oder stationäre PCs. Selbst der Beamer wird nur bei jedem vierten Schüler an jedem Schultag eingesetzt. Zum Vergleich: Fotokopien werden an 85 Prozent der Schüler täglich ausgegeben.

Überwiegend werden digitale Geräte für die Präsentation von Lerninhalten durch Lehrer (97 Prozent) und Schüler (94 Prozent) sowie zur Internetrecherche (88 Prozent) genutzt. Deutlich seltener werden spezielle Lernprogramme (42 Prozent) eingesetzt oder die Geräte zum Programmieren (27 Prozent) oder Gestalten einer Website (25 Prozent) verwendet. „ Wir verschenken in unseren Schulen enormes Potenzial, wenn wir Computer & Co. nur als die bessere Kreidetafel einsetzen“, so Berg.

Eine große Mehrheit der Schüler (70 Prozent) wünscht sich, dass digitale Medien verstärkt im Unterricht eingesetzt werden. Vor allem Lernvideos (71 Prozent), Lernprogramme (37 Prozent), Lernspiele (32 Prozent) sowie Online-Kurse (26 Prozent) würden die Schüler gerne auch in der Schule und nicht nur in ihrer Freizeit nutzen.

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