Digitalisierung im Verkehr

Pünktlicher und attraktiver mit der „Digitalen Schiene“

| Autor: Ann-Marie Struck

Den Schienenverkehr durch Digitalisierung ausbauen und stabilisieren.
Den Schienenverkehr durch Digitalisierung ausbauen und stabilisieren. (© den-belitsky - stock.adobe.com)

Die Landesregierung Baden-Württemberg will den Zugverkehr mit Hilfe der Digitalisierung effizienter und damit attraktiver machen. In der Region Stuttgart wurde ein Pilotprjekt zur elektronischen Zugsteuerung beschlossen.

Die Teilnahme des Landes Baten-Württemberg am Pilotprojekt zur elektronischen Zugsteuerung (ETCS) in der Region Stuttgart wurde vom Landeskabinett beschlossen. Die Finanzierung soll vom Ministerium für Verkehr, der Deutschen Bahn Netz AG und dem Verband Region Stuttgart übernommen werden. Ziel des Projekts ist mit Hilfe der Digitalisierung den Schienenverkehr auszubauen und zu stabilisieren.

Der 3 Bausteine-Plan der elektronischen Zugsteuerung in Stuttgart
Der 3 Bausteine-Plan der elektronischen Zugsteuerung in Stuttgart (© www.baden-wuerttemberg.de)

Dazu Ministerpräsident Winfried Kretschmann: „Die Digitalisierung der Schiene ist das Gebot der Stunde. Der Schienenverkehr muss stabilisiert und ausgebaut werden. Ein pünktliches und gutes Angebot im Bahnverkehr ist von zentraler Bedeutung für Klimaschutz und Luftreinhaltung. Denn nur so können mehr Menschen zum Umstieg vom Auto auf umweltfreundliche öffentliche Verkehrsmittel bewegt werden. Wir brauchen die neue elektronische Zugsteuerung ETCS, damit die Fahrpläne stabil eingehalten werden und mehr Angebote auf der Schiene möglich sind.“

Bereits zum Jahresanfang hat die Deutsche Bahn AG ihr Programm „Digitale Schiene Deutschland“ vorgestellt. Darin enthalten ist die Ausstattung des gesamte deutsche Streckennetz mit einer einheitlichen neuen Leit- und Sicherungstechnik (ETCS – European Train Control System) und digitalen Stellwerken (DSTW), womit eine Leistungssteigerung des Schienennetzes von bis zu 20 Prozent erreicht werden soll. Durch die neue Technik sollen für das gesamte Schienennetz die Betriebsqualität und Pünktlichkeit verbessert werden.

Problematik in Stuttgart

Mit eben dieser Problematik kämpft Stuttgart derzeit. So der Verkehrsminister Winfried Hermann: „Die Verzögerungen beim Rohbau des Projekts ‚Stuttgart 21‘ eröffnen uns nun ein einmaliges und kurzes Zeitfenster, um den Schienenknoten Stuttgart als ersten großen Bahnknoten in Deutschland vollständig mit ETCS und DSTW auszurüsten und somit Verbesserungen für den Bahnknoten Stuttgart zu erzielen. Diese Chance sollten wir ergreifen.“

Auf der Grundlage einer gemeinsamen ETCS-Untersuchung haben die B Netz AG, der Verband Regio Stuttgart und das baden-württembergische Ministerium für Verkehr einen 3-Bausteine-Plan für Stuttgart entwickelt.

Auch im Koalitionsvertrag der Bundesregierung ist die Digitalisierung des Schienenverkehrs in Stuttgart bereits enthalten. Bis 2030 sollen alle drei Bausteine verwirklicht werden, wodurch das gesamte Stuttgarter S-Bahn-Netz einschließlich der Mischverkehrsstrecken bis mindestens zu den Linienendpunkten der S-Bahn mit ETCS, DSTW und automatisiertem Fahren mit Triebfahrzeugführer (ATO – Automatic Train Operation) ausgestattet wird.

Die Entscheidung für das Projekt soll aufgrund von dessen Abhängigkeit vom Projekt „Stuttgart 21“ und der aufwändigen Nachrüstung von über 400 Schienen erst Ende Januar 2019 getroffen werden.

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