Städte am Netz Public WLAN macht Bürger und Bürgerservices mobil

Redakteur: Gerald Viola

Ob Laptop, PDA, Smartphone oder Media Player: In der legendären Square Mile, Londons führendem Geschäfts- und Finanzzentrum, können mehr als 350.000 Menschen mobil ins Internet gehen. Mit Metro Wi-Fi oder City WLAN ermöglichen Kommunen Bürgern, Geschäftsleuten und Touristen einen kabellosen Breitband-Zugang. London entwickelte sich weltweit zum Maßstab für städtische Wi-Fi- oder WLAN-Netze. In Deutschland gehört Stuttgart zu den Vorreitern.

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Das Kommunikationsverhalten ändert sich – Kommunen, die sich darauf einstellen profitieren davon auch wirtschaftlich
Das Kommunikationsverhalten ändert sich – Kommunen, die sich darauf einstellen profitieren davon auch wirtschaftlich
( Archiv: Vogel Business Media )

Mit Metro-WiFi-Netzen ändert sich das Konzept vieler Städte. Öffentlicher Netzzugriff und Anwendungen aus dem Öffentlichen Sektor werden allgegenwärtig. Aber nicht nur das: Public WLAN bietet Kommunen Kapazitäten und Komfort, die über vergleichbare Mobilfunkstandards weit hinaus gehen – High Performance auch bei zunehmender Nutzerzahl sowie Zugang für alle internetfähigen – auch für nicht-mobilfunkfähige – Endgeräte jederzeit und überall.

Städte steigern nicht nur ihr Image, sondern ihre Attraktivität als Wirtschaftsstandort, Wohn-, Einkaufs- und Touristikort. Auch für eGovernment und ePartizipation eröffnen sich neue Perspektiven. Seien es On-demand-Tourist-Informationen, interaktive Bürgerkommunikation über Social Media, das Management von Überwachungs- und Parksystemen oder die Nutzung mobiler Endgeräte durch kommunale Mitarbeiter.

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Städte im Wandel – WLAN im Wandel

Public WLAN ist ein Markt, der ständig in Bewegung ist. Die steigende Anzahl der User sowie mobiler Endgeräte und die wachsende Nachfrage nach breitbandigen Applikationen erfordern hohe Netz-Performance, Verfügbarkeit und Skalierbarkeit. Wer einen öffentlichen Breitbandzugang anbietet, muss sicherstellen, dass die Infrastruktur auf dem neuesten Stand ist und bleibt. London hat sich entschieden, den Aufbau und Betrieb des Netzes auszulagern. Der WLAN-Anbieter The Cloud übernahm die Investition für die Technik. Im Gegenzug stellte London die öffentliche Infrastruktur zur Installation der Zugangsknoten zur Verfügung. Die Verantwortungsbereiche sind klar abgesteckt: Die Stadt London definiert und überwacht Service Levels für Abdeckung sowie Netz-Performance. Als Eigentümer und Operator übernimmt The Cloud Aufbau, Betrieb und Support des Netzwerks, kümmert sich um Service-Aktualität und -innovationen und sichert die Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben und Sicherheitsstandards.

Mesh-Technologie

Als Europas größtes Wi-Fi-Netzwerk unter freiem Himmel erreicht London auf 3,2 Quadratkilometern eine Netzabdeckung von 95 Prozent. Möglich ist dies durch die sogenannte Mesh-Technologie – jeder der 127 Netzwerkknoten ist mit einem oder mehreren anderen verbunden. Die Informationen werden von Knoten zu Knoten weitergereicht, bis sie am Ziel sind. Die dafür notwendige Technik konnte in die bestehende Straßeninfrastruktur eingebaut werden – beispielsweise in die Masten von Straßenlampen und Verkehrsschildern. Eine Grundforderung für den Aufbau des Netzwerks war die Neutralität der Plattform.

Sie sollte, unabhängig von User-eigenen Service Providern oder Mobilfunkverträgen, Endgeräten oder Applikationen, für möglichst viele Nutzer und Nutzungen offenstehen. Heute nutzen Londons Bürger und Touristen das WLAN vor allem für einen schnellen Internet- und eMail-Zugriff, aber auch für Sprachdienste, Musik, Videos, Spiele und andere Unterhaltungsservices. Londoner Geschäftsleute greifen über VPN auf Unternehmenssoftware zu. Zugang und Authentifizierung erfolgen über die Plattform von The Cloud. Was Mobilfunkanbieter, Service Provider, Endgeräte und Applikationen angeht, sind jedoch kaum Grenzen gesetzt.

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Stuttgart ist der Vorreiter in Deutschland

Auch Deutschlands Kommunen haben die Vorteile von Public WLAN erkannt. Die schwäbische Landeshauptstadt hat sich hier positiv hervorgetan. Bereits 2004 entschied die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart, in ausgewählten Regierungsgebäuden und an öffentlichen Plätzen einen drahtlosen Internetzugang über WLAN anzubieten.

Ziel dieses Projektes war es, Stuttgart und die Region langfristig zum attraktiven Wirtschaftsstandort zu machen und das Angebot kommunaler Dienstleistungen zu erweitern. In einem Gemeinschaftsprojekt bauten die Stuttgarter Straßenbahn AG, die Landeshauptstadt Stuttgart, die Stadt Fellbach, der Landtag von Baden-Württemberg und die Stuttgart Marketing GmbH das MobilCity-Portal auf. Dieses ist heute an über 60 Hotspots in Stuttgart und Fellbach kostenlos verfügbar. Das Portal bietet rund um die Uhr aktuelle Informationen zu Veranstaltungen, Freizeit, Restaurants und Hotels sowie Bürgerservices und Verkehrsinformationen.

Starke Partner gefragt

WLAN-Netzwerke mit Mesh-Technologie bieten aufgrund ihrer Reichweite und Kapazität nicht nur Städten eine Chance, sich mobil zu vernetzen. Auch Ski-Ressorts oder andere großflächige Fremdenverkehrsgebiete lassen sich auf diese Weise erschließen.

Wichtig ist in jedem Fall, dass sich die Organisatoren vorab darüber klar werden und genau prüfen, mit welchen Partnern sie ein solches Projekt stemmen können.

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