Zwischen Kostendruck und Qualitätsdiskussion

Public Shared Service Center: Langer Weg zu kürzeren Prozessen

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Qualitätssteigerung durch Leistungsvergleiche

Über PSSC lässt sich also die Qualität der Öffentlichen Verwaltungen steigern, indem letztendlich Redundanzen aufgelöst werden, man sich auf singuläre Prozessketten konzentrieren kann, und die Netzinfrastruktur durch standardisierte Abläufe verschlankt wird. Das bedeutet, dass einzelne Verwaltungseinheiten von fachfremden Aufgaben entlastet werden, dass der Wissensaustausch und der Know-how-Transfer zwischen den Verwaltungen gefördert werden.

Unterm Strich aber bleiben die Vergleichbarkeit der Leistungen (Benchmarking), die Schaffung von mehr Transparenz und Kostenreduktion die interessantesten Argumente für den Aufbau von PSSC in Deutschland. Mit dem Art. 91d GG ist also eine gewollte Wettbewerbssituation im öffentlichen Bereich geschaffen worden.

Erfolgsdruck – vom Gesetzgeber verordnet

Spätestens jetzt ist klar, warum der Gesetzgeber auch die Informationstechnologie ins Grundgesetz aufgenommen hat, denn ohne innovative Technologien lassen sich solche Vorhaben nicht realisieren – Stichwort Transparenz. Um diese zu schaffen, müssen die Daten, die in den Verwaltungen liegen, zugänglich gemacht werden, sind sie doch pures Wissen, das nur mit der richtigen Technologie abgeschöpft werden kann.

Wenn man so will, muss erst einmal ein ganzes Stück Pionierarbeit geleistet werden. Controlling und Steuerung sind weitestgehend noch Fremdworte im Public Sektor. Es ist kein Geheimnis, dass sich nur mit den richtigen Kennzahlen strategisch steuern lässt. Ohne Kennzahlen also keine Vergleichbarkeit, keine Transparenz, keine Kostenreduktion, keine Strategie.

Auch wenn Art. 91d GG nur als Option zu verstehen ist, steckt in ihm ein erhebliches Maß an imperativem Charakter. Wer will schon schlechter dastehen als das Nachbarressort?

Was passieren wird, ist Folgendes: Die Öffentlichen Verwaltungen sehen sich nicht mehr nur in der Situation, über Potenziale und Möglichkeiten zu reden, sondern sie stehen unter massivem Druck, Instrumente zur Ausschöpfung ihrer Leistungsfähigkeit einzusetzen – und dabei kommen sie auch in Deutschland nicht an den PSSC vorbei. Die sehr bedenkliche Haushaltslage und die vereinbarte Schuldenbremse tun ein Übriges.

Von der Theorie in die Praxis

Eines ist aber auch klar: Die Verwaltungen können in Sachen Public Shared Service Centers nicht nahtlos von der Diskussions- in die Umsetzungsphase übergehen und so das Tempo der Bundesregierung aufnehmen. Um Transparenz über Verwaltungseinheiten hinaus zu schaffen, muss zunächst einmal der Status quo in der einzelnen Verwaltung definiert sein – oft genug ist das aber nicht der Fall.

Das bedeutet aber, dass Technologieanbieter die verschiedenen Rohdatenbestände analysieren und mit geeigneten Systemen integrieren müssen.

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