Elektronische Rechnung

Public Sector könnte 6,5 Milliarden sparen

| Redakteur: Susanne Ehneß

Sparen dank Technik
Sparen dank Technik (bluedesign_Fotolia.com)

Deutsche Kommunen könnten jährlich immense Einsparungen erzielen, wenn sie von der papierbasierten auf die elektronische Rechnung umstiegen. Doch die Öffentlichen Verwaltungen halten sich beim Thema eInvoicing zurück.

Die jährliche Marktstudie „Billentis Report“ kommt in ihrer aktuellen Veröffentlichung zu einem klaren Statement: Der öffentliche Sektor könnte 6,5 Milliarden Euro durch eInvoicing sparen; europaweit läge die Ersparnis bei mindestens 40 Milliarden. „Dies entspricht einer Einsparquote von 60 bis 80 Prozent“, präzisiert Co-Sponsor Crossinx.

Eine davon unabhängige Umfrage von Crossinx ist Wasser auf die Mühlen der eInvoicing-Verfechter: Demnach haben bisher lediglich acht Prozent der deutschen Kommunen die Dringlichkeit von eRechnungen erkannt und auf elektronische Rechnungsprozesse umgestellt, obwohl bereits 2014 eine EU-Richtlinie zur Einführung der verpflichtenden elektronischen Rechnung im Rahmen von öffentlichen Beschaffungen innerhalb der EU verabschiedet wurde. Die Umfrage wurde unter Kämmerern von 126 Kommunen in 14 Bundesländern durchgeführt.

Handlungsbedarf

Zusammen mit dem Billentis Report zeigen diese Ergebnisse Handlungsbedarf auf. Bis 2018 soll die europaweite Digitalisierung des Rechnungsverkehrs umgesetzt werden. Über 100.000 öffentliche Verwaltungsstellen in ganz Europa sind von der verpflichtenden Umstellung betroffen.

Die Digitalisierung der Rechnungsprozesse hat nicht nur Auswirkungen auf deutsche Kommunen, sondern ebenso auf deren Rechnungssteller und -empfänger.

45 bis 64 Prozent aller Unternehmen eines Landes sind laut Crossinx Lieferanten des öffentlichen Sektors und müssen ihre Rechnungen spätestens ab 2018 elektronisch ausstellen. Sämtliche Unternehmen und Privathaushalte erhalten bereits Rechnungspost von der Öffentlichen Verwaltung.

Aus diesem Grund komme dem Öffentlichen Sektor „eine tragende Rolle für die gesamte volkswirtschaftliche Entwicklung zu“. Trotzdem gehört dieser Sektor immer noch zu den Nachzüglern in Sachen eRechnung. Das bestätigt auch die Kommunalumfrage des eInvoiving-Anbieters Crossinx:

  • 90 Prozent der befragten Kommunen, die noch nicht auf eInvoicing umgestellt haben, können mit dem Thema gar nichts anfangen.
  • Knapp 23 Prozent der Kämmerer gaben an, das Thema eInvoicing sei ihnen zu komplex und sie hätten sich aus Zeitmangel noch nicht damit beschäftigt.
  • Ganze 73 Prozent der befragten Kommunen planen keine Umstellung auf eInvoicing vor 2017.

„Den wenigsten ist bewusst, dass sie damit jährlich mehr als 6 Milliarden Euro verschleudern“, kommentiert Crossinx. Die Kosten für die Umstellung auf elektronische Rechnungsprozesse würden sich sich in der Regel in 0,5 bis 1,5 Jahren amortisieren.

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