Studie zur elektronischen Rechnungsverarbeitung

Public Sector als Treiber der eRechnung

| Redakteur: Regina Willmeroth

Elektronische Rechnungsverarbeitungsprozesse führen laut einer Studie zu Kosteneinsparungen von 60-80 Prozent im Vergleich zu Papierprozessen
Elektronische Rechnungsverarbeitungsprozesse führen laut einer Studie zu Kosteneinsparungen von 60-80 Prozent im Vergleich zu Papierprozessen (© MACH AG)

In Zusammenarbeit mit dem Marktanalysten Bruno Koch von Billentis veröffentlicht die MACH AG die neuesten Marktzahlen und Erhebungen über die digitale Rechnungsbearbeitung in Europa. Laut der Studie steht die eRechnung im Zeichen großer Marktveränderungen. Der öffentliche Sektor gilt dabei als entscheidender Treiber.

„Neue Technologien erlauben inzwischen, alte Lösungen und Prozesse durch völlig neue Ansätze abzulösen und einen Quantensprung zu vollziehen“, beschreibt Billentis in der Studie die Auswirkungen mächtiger Marktveränderungen, die öffentlichen Einrichtungen in den nächsten Jahren bevorstehen. Gleichzeitig wird die Entwicklung und Anwendung einer gesamtheitlichen Strategie für die Automatisierung der Geschäftsprozesse als vorteilhaft herausgestellt.

Schlüsselkomponente

Besonders im Fokus steht die Rechnungsverarbeitung: „Die eRechnung und die damit verbundene Prozessautomatisierung könnte die entscheidende Antwort auf die heutigen Herausforderungen im stetig wechselnden Marktumfeld sein. Sie ist die Schlüsselkomponente, um Kosten deutlich zu senken, das Working Capital zu verbessern und die Kosten elastischer zu gestalten.“ Billentis schätzt, dass 2017 in Deutschland voraussichtlich über ein Viertel aller Rechnungen elektronisch ausgetauscht wird, während ab 2019 mit einer überdurchschnittlich starken Beschleunigung zu rechnen ist.

„Eine wichtige Erkenntnis ist, dass der Hebel durch die Automatisierung des Prozesses und nicht durch die Schaffung einer technischen Schnittstelle entsteht. Denn digitale Wertschöpfung entsteht vor allem dann, wenn Prozesse automatisiert werden können, wie zum Beispiel die Rechnungsprüfung und der automatisierte Abgleich mit der Bestellung. Durch die Automatisierung entstehen mehr zeitliche Freiräume, z. B. um die Beratungsleistung für die Bürgerinnen und Bürger zu erhöhen. Die eRechnung ist damit aus meiner Sicht digitale Wertschöpfung par excellence“, kommentiert Rolf Sahre, Vorstandsvorsitzender der MACH AG.

Einsparpotenzial

Deutschlandweit können laut der vorliegenden Studie etwa 6,5 Milliarden Euro jährlich durch die elektronisch automatisierte Rechnungsverarbeitung eingespart werden. Es handelt sich also um Kosteneinsparungen von 60-80 Prozent im Vergleich zu Papierprozessen. Reine eRechnungsdienstleistungen würden jedoch laut Billentis zukünftig nicht mehr genügen: „Die Unterstützung von weiteren Dokumenten, Geschäftsprozessen und Mehrwertdienstleistungen wird zunehmend substanziell.“

Zusätzlich würden in Zukunft neue Technologien, wie Künstliche Intelligenz, robotergesteuerte Lösungen, maschinelles Lernen, Blockchain-Technologien und das Internet der Dinge helfen, einen höheren Automatisierungsgrad zu erreichen, sodass das Kostensenkungspotenzial maximal ausgeschöpft werden könne.

Behörden als Vorreiter

Die Regierungen würden mit ihren gesetzlichen Vorgaben die Privatindustrie sogar als treibende Kraft ersetzen. Während jahrelang die Privatwirtschaft eine Vorrangstellung bei der Verbreitung elektronischer Rechnungen einzunehmen schien, stellt die Studie heute den Öffentlichen Sektor als entscheidend für die Verbreitung der eRechnung heraus. So verpflichtet das eRechnungs-Gesetz des Bundes aus dem April 2017 öffentliche Einrichtungen bis spätestens Ende 2019 (oberste Bundesverwaltungen bereits bis Ende 2018) zum Empfang und zur Verarbeitung elektronischer Rechnungen.

Zudem setzte die eRechnungsverordnung des Bundes zuletzt einheitliche Standards, klare Fristen und einen verbindlichen Zwang für Lieferanten, spätestens ab November 2020 Rechnungen nur noch elektronisch zu stellen.

„Auch wenn die Herausforderungen der deutschen Öffentlichen Verwaltung durch den demografischen Wandel, Aufgabenflut und Mittelknappheit vielfältig sind: Die vorliegende Studie dokumentiert in beeindruckender Weise, warum sich Verwaltungen genau deswegen mit der eRechnung beschäftigen sollten“, fasst Rolf Sahre die Ergebnisse der Studie zusammen.

Die Marktstudie eRechnung 2017 kann hier kostenfrei heruntergeladen werden.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45003007 / Kommune)