eGovernment in Bayern

Pschierer gründet Rat der Ressort-CIOs

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Erfolgsgeschichte mit Schönheitsfehlern

Zu den Erfolgen, die in den vergangenen beiden Jahren erzielt werden konnten, zählt die Fortentwicklung des Human-Capital-Ressources-Verfahrens VIVA mit einem SAP-Releasewechsel in Rekordzeit (eGovernment Computing berichtete).

Mit VIVA, das Kürzel steht für Voll Integriertes Verfahren komplexer Anwendungen, hat der Freistaat konsequent den Weg in Richtung eines integrierten, für alle Behörden einheitlichen Personalverwaltungsverfahrens eingeschlagen. Abgeschlossen werden soll das Projekt im Jahr 2011 mit der flächendeckenden Ausstattung Bayerns im Bereich der Personalverwaltung.

Bereits Ende Juli 2008 hatte die Betreiberin von VIVA, die Münchener IuK-Abteilung des Landesamtes für Finanzen, ein Upgrade dieses noch auf SAP R/3 basierenden Verfahrens auf das neueste Release SAP ERP 6.0 erfolgreich abgeschlossen. Angesichts der Tatsache, dass VIVA eine der weltweit größten SAP-HR-Installation darstellt (etwa 460.000 Personalfälle) und aufgrund der vielfältigen Anforderungen auch einen hohen Anteil an Eigenentwicklungen aufweist, ist dieses Projektergebnis ein Zeugnis für die Leistungsfähigkeit der bayerischen IT.

Auch beim Projekt KONSENS zur Erfassung und Verwaltung der Steuereinnahmen konnte nach langer Durststrecke ein Durchbruch erzielt werden. KONSENS ist dabei, sich als deutschlandweiter Standard in den Finanzverwaltungen der Länder zu etablieren. Inzwischen nutzen das Saarland, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein das Programm, bei dessen Entwicklung Bayern die Federführung übernommen hat.

Mecklenburg-Vorpommern und andere vom IT-Dienstleister Dataport betreute Länder gehen darüber hinaus immer mehr dazu über, die anfallenden Daten nicht mehr in eigenen, sondern im Rechenzentrum von Dataport verarbeiten zu lassen. Damit ist KONSENS ein Projekt, das länderübergreifendes eGovernment unterstützt.

Auch in einer Reihe weiterer Projekte, die sich aktuell in der Umsetzung beziehungsweise im Roll-Out befinden, kann man erkennen, dass Bayern über eine leistungsfähig IT verfügt. Projekte wie BayZeit, das zentrale Zeitmanagementsystem für den gesamten Freistaat, das Personenstandswesen und das Meldewesen mit länderübergreifender Bedeutung und das eGoverment-Portal als Basis einer umfangreicheren Integrationsplattform sind Beispiele.

Dennoch, eine wichtige Aufgabe des neuen CIOs wird es sein, diese und weitere IT-Projekte zu einem IT-Gesamtplan für den Freistaat Bayern zusammenzuführen. Zudem muss Pschierer die Defizite in der strategischen Steuerung überwinden und den Freistaat im Bund insbesondere im künftigen IT-Planungsrat vertreten sowie übergreifende Projekte mit den anderen Bundesländern abstimmen. Das geht nicht ohne entsprechende Richtlinienkompetenzen.

Folgerichtig wurde Pschierer mit den Kompetenzen ausgestattet, um im IT-Bereich die Standards, die Richtlinien und die Basiskomponenten definieren zu können. Zudem verantwortet er die strategischen Vorgaben für die lokalen Kommunikationsnetze und Netzwerkarchitekturen. Darüber hinaus legt er die Rahmenkonzepte für das IT-Controlling fest und sorgt für ihre Überwachung und Einhaltung.

Die Entwicklung von Richtlinien und Standards für die Steuerung der Rechenzentren sowie die Abgrenzung der Zuständigkeiten für den technischen und fachlichen Betrieb bei Fachanwendungen stellt eine weitere zentrale Aufgabe dar. Die IT-Sicherheit und die Notfallvorsorge im Rechenzentrumsbetrieb will Pschierer mit besonderem Augenmerk verfolgen.

Nachdem der erfolgreiche Einsatz von Informationstechnologie die Optimierung der zugrundeliegenden Verwaltungsablaufprozesse voraussetzt, wird Pschierer auch Untersuchungen der entsprechenden Geschäftsprozesse in den Ressorts anregen müssen.

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